Was lange währt, wird endlich gut. Das trifft wohl auch auf die Brückenbaustelle bei km 60,2 ab Nürnberg zu. Zu Beginn klappte noch alles wie am sprichwörtlichen Schnürchen. Die alte Eisenbahnbrücke wurde am 23. August mithilfe eines schienengebundenen Eisenbahndrehkrans demontiert. Danach starteten die Arbeiter im Drei-Schicht-Betrieb durch, um die Fundamente für die Hilfsbrücke zu betonieren. Ab 8. September sollte der Zugverkehr wieder rollen.

Relativ schnell stellte sich heraus, dass der Untergrund beidseits der Pegnitz nicht stabil genug ist für das Aufstellen einer A-Bock-Konstruktion mit darüber gelagerten Schienen. Ein komplettes Umplanen war nötig. Und das dauerte natürlich auch viel Zeit. Mitte dieser Woche wurde endlich die Hilfsbrücke über der Pegnitz eingehoben. Zuständig dafür waren die Brückenwerkstatt Dresden, eine Abteilung der DB Bahnbau Gruppe, und eine Baufirma aus der Sächsischen Schweiz.

Brücke über Pegnitz

Durch die Umplanung der Gründung der Fundamente kam nun statt der ursprünglich vorgesehenen Konstruktion eine längere Zwillingsträgerhilfsbrücke zum Einsatz, erklärte ein Bahnsprecher auf Nachfrage. Diese überspanne die Pegnitz komplett. Die Hilfsbrückenträger liegen auf einem Lager, das sich im betonierten vorderen Teil des Spundkastens befindet. Das Widerlager der Hilfsbrücke wurde auf einer sogenannten Flachgründung – diese liegt etwa 1,5 Meter unter der Geländeoberkante – anstatt einer Tiefgründung gegründet.

Wegen des Verkehrsaufkommens waren die Schwertransporter Mitte der Woche vor allem nachts unterwegs, um die Brückenbauteile nach Michelfeld zu bringen. Die Fahrzeuge kamen aus Konz/Rheinland-Pfalz. In dem Städtchen acht Kilometer von Trier entfernt befindet sich das Hilfsbrückenlager der Deutschen Bahn. Auf einer Fläche von 90.000 Quadratmetern lagern dort rund 35.000 Tonnen Stahlteile für Klein- und Großbrücken der Deutschen Bahn und des Bundes.

Eine dieser Brücken wird nun nahe Michelfeld eingesetzt, bis Mitte nächsten Jahres die neue Stahlverbundbrücke eingehoben wird. Die Zwillingsträgerhilfsbrücke kommt von der DB Bahnbau Gruppe. Die A-Bock-Konstruktion, die für die ursprüngliche Hilfsbrücke gedacht war, geht in das Eigentum der Baufirma über, erklärte der Sprecher der Deutschen Bahn.

Zwei Alternativen

Ob die Verzögerung beim Einbau der Hilfsbrücke Auswirkungen auf das gesamte Projekt hat, können die DB-Sprecher aktuell noch nicht sagen. Auch der Aufbau der Widerlager für die neue Brücke wird noch geplant. Es gebe zwei Alternativen. Die Widerlager könnten unter der Hilfsbrücke und dem Spundwandkasten gebaut werden. Der Überbau würde dabei seitlich auf einem Traggerüst hergestellt und später seitlich in die Endlage auf die neuen Widerlager verschoben.

Bei der zweiten Alternative würden die Widerlager samt Überbau neben der Hilfsbrücke hergestellt und gemeinsam nach Rückbau der Hilfsbrücke seitlich eingeschoben. „Fokus war jetzt erst einmal, den Zugverkehr wieder ans Laufen zu bringen, und nun beginnt der nächste Schritt“, so der Sprecher der Deutschen Bahn.