In den vergangenen Monaten haben die Studenten vom Elefant Racing Team den neuen Sportwagen mit Elektromotor im Wert von etwa 140.000 Euro konstruiert und gebaut. Nun muss er nur noch fahren – und zwar so schnell wie möglich.
Die Zeit rennt – und Parsifal steht. Dabei soll der Rennwagen in vier Wochen auf die Strecke gehen. Dann wollen die Studenten des Elefant-Racing-Teams ihren Rennwagen im internationalen Vergleich auf den Hockenheimring schicken. Doch noch hat nicht mal eine Testfahrt stattgefunden.
In den vergangenen Monaten haben die Studenten vom Elefant Racing Team den neuen Sportwagen mit Elektromotor im Wert von etwa 140.000 Euro konstruiert und gebaut. Nun muss er nur noch fahren – und zwar so schnell wie möglich.
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Es gilt, einen Ruf zu verteidigen: Im vergangenen Jahr waren die Studenten vom Elefant Racing Team aus Bayreuth mit ihrem Rennwagen die schnellsten beim Rennen in Tschechien, aktuell belegen sie Platz sieben der Weltrangliste in der Elektromotorklasse der Formula Student. Auf verschiedenen Formel-Eins-Strecken treten Teams aus aller Welt gegeneinander an. Etwa 600 Studenten-Racing-Teams gibt es weltweit. „Und wir als eher kleine Uni messen uns da mit großen technischen Universitäten“, sagt Patrick Zimbrod, Technischer Leiter des Elefant Racing Teams. Das erste Rennen ist Anfang August in Österreich, direkt danach folgt Hockenheim.
Doch bis dahin müssen die Studenten Gas geben. Der Parsifal ist noch keinen Meter gefahren. „Es gab terminliche Probleme bei der Lieferung durch externe Zulieferer und wir hatten kleinere Schwierigkeiten beim Bremssystem“, sagt Student Patrick Zimbrod, der die technische Leitung für das Projekt hat. Ohne funktionierende Bremse können die Studenten den Racer nicht testen. Außerdem habe sich die Fertigungsplanung schwierig gestaltet und ein Unternehmen habe kurzfristig die Produktion von Teilen abgesagt. „Da mussten wir ganz schnell andere Firmen finden. Das war eine große Herausforderung.“
Während die Konzeption und der Zusammenbau in der Verantwortung der Studenten liegen, haben sie bei der Fertigung Hilfe von Profis: Sponsoren unterstützen sie nicht nur finanziell, sondern auch mit Material. „Der Radträger beispielsweise“, sagt Patrick Zimbrod, „ist ein sehr komplexes Teil. Das muss auf einer CNC-Maschine gefräst werden. So eine haben wir hier an der Uni nicht.“ Fast 100 Sponsoren helfen den Rennwagenbauern. „Das reicht von Material bis zu fünfstelligen Beträgen“, sagt Patrick Zimbrod. Inklusive Arbeitszeit in den Betrieben haben die Studenten einen Kostenaufwand von 140.000 Euro kalkuliert.
Der Parsifal ist das dritte Auto, an dem Zimbrod mitarbeitet. 2014 hat er im Team Mechanics angefangen, das sich mit Chassis und mechanischem Antriebsstrang befasst. Seit 2004 gibt es den Verein an der Uni, der Parsifal ist das elfte Rennauto, das an der Uni gebaut wird. Seither trägt das Team den Elefanten im Namen. „Damals waren Tiernamen im Trend“, sagt Patrick Zimbrod. Und weil FAN (Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften) drin steckt, fiel die Wahl auf Elefant.
Etwa 20 Studenten gehören zum Racer-Team. Gebaut wird der Parsifal von angehenden Wirtschaftsingenieuren und Maschinenbauern, aber auch Betriebswissenschaftler, Informatiker und Medienwissenschaftler sind beteiligt: Konstruktion und Bau des Fahrzeugs ist nur ein Teil des Projekts. Die Entwicklung des Bordcomputers und der Regelung, Sponsoring und Marketing gehören auch dazu. „Beim Bau kann jeder mithelfen“, sagt der 21-Jährige, „man braucht am Anfang nicht so viel Grundlagenwissen.“
Zum sechsten Mal haben sich die Studenten für einen Elektromotor entschieden. „Seit 2011 hat sich viel getan“, sagt Patrick Zimbrod, „der Parsifal ist der erste Rennwagen mit Aerodynamik-Paket.“ Das Chassis – also Fahrwerk und Fahrgestell – ist aus Kohlefaser und wiegt nur 16 Kilogramm. „Das ist unheimlich leicht und unheimlich stabil.“ Das vorherige Fahrzeug hatte ein Chassis aus Stahlrohren, das fast doppelt so schwer war.
Das Racing Team tritt in verschiedenen Disziplinen an: In der statischen müssen die Studenten beweisen, dass sie ein gutes, technisch einwandfreies, durchdachtes Auto gebaut haben. In anderen Wettbewerben geht es darum, wie welches Auto am preiswertesten in einer Kleinserie zu produzieren wäre.
Die Betriebswirtschaftler treten mit Vermarktungskonzepten für die freie Wirtschaft an. Die wichtigsten Wettbewerbe sind aber die, in denen das Auto fährt: Ein 75-Meter-Sprint, das Kurvenverhalten, und ein kleines Rundstreckenrennen mit schnellen Runden. Königsdisziplin ist die Endurance über 22 Kilometer. „Ob man die schafft, ist gerade bei den Elektrofahrzeugen ein Thema“, sagt Patrick Zimbrod.
Vor den Rennen fahren die Studenten ihren Racer auf einem Testgelände Probe. „Der Testbetrieb ist unheimlich wichtig“, sagt der Technische Leiter. „Das elektrische System muss laufen, wir müssen die Kinderkrankheiten ausmerzen. Dann kommt noch die Feinabstimmung, wie Fahrwerk, Spur und Sturz. Es gibt unfassbar viele Stellschrauben.“
Bis der Parsifal einsatzbereit ist, trainieren die Fahrer – ebenfalls Studenten – mit den Rennwagen der Uni aus den Vorjahren. „Durch den kurzen Radstand fahren die Autos sich wie Gokarts, deshalb brauchen die Fahrer viel Zeit im Auto, um testen zu können, wie es sich fährt.“
Maximale Geschwindigkeit: 120 Stundenkilometer
Beschleunigung von null auf 100 km/h in drei Sekunden
Leistung: 120 PS
Gewicht: 210 Kilo
Rund 2500 Einzelteile
Größtes Teil: Chassis, 2,20 mal einen Meter
Kleinstes Teil: Schraube mit zwei Millimetern Durchmesser
Kalkulierte Produktionskosten: 140.000 Euro