Keller setzt deshalb auf ein lokales Netzwerk ohne Cloud – wie viele, die sich dem Thema Industrie 4.0 annähern. „Das ist mir zu unsicher, gerade weil wir in Sachen Produktionsabläufe schon so weit fortgeschritten sind“, erklärt Keller. Handys sind dennoch mit eingebunden: Erkennt die Stanzmaschine, die Werkzeuge testet, einen Fehler, schickt sie eine Benachrichtigung an Mitarbeiter.
Fazit: Die Produktionsstätte von Pass Stanztechnik in Creußen ist in hohem Maße automatisiert. In jeder Abteilung stehen Fertigungsmaschinen, die Aufträge abarbeiten, die ihnen ein Mitarbeiter gibt. Die komplette Wertschöpfungskette ist noch nicht vernetzt, da nicht alle Teile der Produktion, das Lager oder Werkzeuge mit digitaler Technik ausgestattet sind. Pass will das mit RFID verbessern.
Das soll aber nicht heißen, dass Stellen gestrichen werden. „Wenn man es auf die Spitze treiben wollte, könnte man an einigen Stellen sicher auch ohne Menschen arbeiten“, sagt Keller. Aber das möchte er nicht. „Effektivität spielt natürlich eine Rolle, Rationalisierung nicht“, sagt das Vorstandsmitglied. Industriemechaniker haben sich in den vergangenen Jahren zu Technikern weitergebildet.
Ohne Menschen werde und solle die Produktion nicht laufen. Der Roboter arbeitet zwar pausenlos und wird nie krank, sagt Keller. Aber Kontrolle durch den Menschen sei zu wichtig: „Entscheiden muss der Mensch.“ Abgesehen davon stoße die Automatisierung beim Zusammenbau der Werkzeugteile an Grenzen, sagt Keller: „Die Werkzeuge sind zu unterschiedlich, das geht nur von Hand.“