Als sich abzeichnet, dass Angelika Seyferth drin ist, ist das erste was sie hört, der Satz: "Du bist die nächste Seniorenbeauftragte." Es ist nicht sicher, wer das gesagt hat, sicher ist aber: Es war ein Mann.
In den Neunziger Jahren schaffte es eine Frau zum letzten Mal in den Gemeinderat von Mistelgau. Jetzt ist es Angelika Seyferth wieder gelungen. Sie wird neben 16 Männern über die Belange der Gemeinde entscheiden.
Als sich abzeichnet, dass Angelika Seyferth drin ist, ist das erste was sie hört, der Satz: "Du bist die nächste Seniorenbeauftragte." Es ist nicht sicher, wer das gesagt hat, sicher ist aber: Es war ein Mann.
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Deutschland hat eine Bundeskanzlerin, mittlerweile sogar eine Verteidigungsministerin. Aber in der Kommunalpolitik herrscht Frauenmangel. Angelika Seyferth ist seit Jahren die erste Frau im Mistelgauer Gemeinderat; über fünfzehn Jahre war Politik hier fest in Männerhand.
Den Grund dafür kennen die Männer ganz genau. "Frauen ticken anders", sagte der unterlegene Bürgermeisterkandidat Jörg Ebert (MBG-FW) auf einer Podiumsdiskussion des Kuriers. Der neue Bürgermeister von Mistelgau, Karl Lappe (W P-G-W) sagte: "Wir lesen den Frauen die Wünsche von den Augen ab."
Das sieht Seyferth anders. "Es steckt noch in den Köpfen, dass Kommunalpolitik Männersache ist", sagte die 56-Jährige. Mistelgau sei eben konservativ. Vielleicht liege es an den Bräuchen wie der Kerwa oder dem Trachtenverein, sagt Seyferth, aber das sei nur eine Vermutung.
Seyferth ist Mitglied der Wahlgemeinschaft Plösen, Gollenbach und Wohnsgehaig (W P-G-W). Bei der Kommunalwahl stand sie auf Listenplatz sechs, kletterte dann auf Platz vier. Drei Gemeinderatssitze holte die Wahlgemeinschaft. Als dann Lappe in der Stichwahl Bürgermeister wurde, rutschte sie auf den dritten Platz. Mit 16 Männern wird sie nun über die Belange der Gemeinde entscheiden."Ich muss aufpassen, dass sie mich nicht zur Seite schieben. Ich muss meinen Platz behaupten", sagte sie. Aber sie könne auch mal auf den Tisch hauen.