Die Anlagen machen nicht alle glücklich Skater: Hochsaison für Asphalt-Surfer

Von Sonny Adam

Wenn die Sonne scheint und der Asphalt trocken ist, dann kommen sie aus raus: die Asphaltsurfer. Doch nicht alle können sich auf den Skatebahnen austoben. Pipe und Pyramide gibt es nicht für jeden.

Kevin Kutnohorsky (23) ist drei oder vier Mal pro Woche auf der Skaterbahn in Kulmbach und probiert seine Tricks. Foto: Sonny Adam Foto: red

Tim Geier ist erst neun Jahre alt. Seit fünf Jahren fährt er Scooter, wie die Roller neuerdings heißen, jetzt hat er sogar einen Stunt-Scooter. „Der ist fest zusammengeschweißt, stabiler, er hat einen breiteren Lenker“, erklärt der kleine Experte. Und schon klettert er auf die höchste Rampe, die es im Skaterpark in Kulmbach gibt. Auf der Plattform oben, klippt er sich die Ohrstöpsel des Handys in die Ohren, und schon stürzt er sich mit seinem Scooter in die Tiefe. Nur wenige Sekunden dauert die Fahrt, schon ist er auf der anderen Seite wieder oben. Trick geglückt.

Nach der Werbung weiterlesen

Bahn in der Nähe

Tim Geier wohnt gar nicht weit von der Skateboardbahn in Kulmbach weg, aber er ist nicht immer nur in Kulmbach. Er hat auch schon andere Bahnen getestet. „Die Bahn ist cool. Und vor allem verändert sie sich irgend wie immer“, sagt er und zeigt auf eine Rampe, die aussieht, als ob sie feucht wäre. Doch nicht Wasser sammelt sich auf der Rampe, sondern sie glänzt durch eine aufgebrachte Kunstharzschicht.

Diese Rampe ist offensichtlich von Unbekannten in einer Nacht- und Nebelaktion gebaut worden. „Mit der Rampe ist die Bahn jetzt noch besser“, ist Kevin Kutnohorsky (23) begeistert. Und für den Könner ist es auch nicht so überraschend, dass das Betonteil mit Kunstharz überzogen ist. „Das ist sicher, damit kein Wasser eindringen kann und damit der Beton nicht bricht“, sagt er.

Ausgleich zum Beruf

Für den 23-Jährigen ist das Skaten Spaß und Sport zugleich – ein Ausgleich zu seinem Job als Elektriker. „Die Anlage hier in Kulmbach ist okay, aber noch besser wäre sie, wenn auch die Bereiche zwischen den Rampen nicht asphaltiert wären, sondern ebenfalls aus glattem Beton wären. „Das ist einfach besser für die Boards“, sagt Kutnohorsky.

„Wir überprüfen die Skaterbahn regelmäßig. Es ist schon öfters passiert, dass Rampen, meistens aus Holz oder Brettern gebaut worden sind, aber wir müssen immer schauen, dass alles den Sicherheitsvorschriften entspricht“, erklärt der Bauhofleiter Michael Barnickel und regt an, besser im Vorfeld mit der Stadt Kulmbach zu sprechen. „Wir haben ja auch schon einige Sachen ausgetauscht“, sagt Barnickel.

Beispiel Neudrossenfeld

In Neudrossenfeld ist vor vier Jahren eine sogenannte Poolskateanlage gebaut worden. Kosten: 40 000 Euro. „Die Anlage ist gleich bei der Schule Sie wird gut angenommen, übrigens nicht nur von Jugendlichen aus Neudrossenfeld, sondern auch aus Kulmbach und Bayreuth kommen begeisterte Skater“, sagt Bürgermeister Harald Hübner. Tatsächlich ist die Anlage wie ein Pool im Erdboden versenkt. Wie in einem See ist eine Wellenlandschaft geformt. „Wir wollten extra nicht nur Geräte auf einen Platz stellen“, sagt Hübner.

Asphaltierte Radwege für die Longboards

Doch ob Pool-Anlage oder herkömmlicher Skaterplatz, für die neue Trendsportart Longboarding sind die klassischen Skateranlagen nichts. Denn Longboards sind einfach zu lang für die Hindernisse. Die Kids bleiben dann mit ihren Boards an den Rampen hängen, schrammen sich die kunterbunt verzierten Unterseiten auf. Und für die Longboards wünschen sich die Jugendlichen (und auch die Eltern, denn die sind nicht begeistert, dass die Jugendlichen auf den Straßen fahren) in Stadt und Landkreis vor allem eins: schön fein asphaltierte Radwege. Denn je feiner der Asphalt, desto schöner ist das Cruising-Gefühl beim Asphalt-Surfen.