Die Aktion „Hilfe für Anja“ ist mittlerweile bundesweit aktiv – 38 414 Spender sind registriert worden 15 Jahre aktive Hilfe für kranke Menschen

Von Fritz Fürk

Mit einem Festakt in der Sporthalle feierte der inzwischen bundesweit bekannte Verein „Hilfe für Anja“ sein 15-jähriges Bestehen. Mit dabei waren zahlreiche Ehrengäste, unter ihnen Anja Roith und Georg Weber, für die beide durch die Mithilfe des Vereins ein genetischer Zwilling gefunden und ein neues Leben geschenkt werden konnte.

Anja Roith aus Hirschhaid und Georg Wagner aus Neuaign bei Wernberg (rechts) wurden in Kirchenthumbach vom Vereinsvorsitzenden Michael Sporer (links) zu Ehrenmitgliedern ernannt. ⋌Foto: Rosalinde Fürk Foto: red

Der Vorsitzende Michael Sporer betonte, dass in den zurückliegenden 15 Jahren viel passiert sei. Er erinnerte an die erste Typisierungsaktion am 7. Mai 2000 vor dem Nürnberger Frankenstadion. „In den ersten Jahren haben wir uns zwar auf die Region konzentriert, aber seit einiger Zeit, gerade auch wegen unserer Kontakte zur Fußballszene, werden wir zu den unterschiedlichsten Aktionen bundesweit gebeten.“

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In den letzten 15 Jahren habe man viel Freude, aber auch viel Leid erfahren müssen. Wenn Kinder, junge Väter oder Mütter diese Krankheit nicht überleben – sei es, weil sie keinen Spender finden, oder vielleicht zu spät finden oder der Körper die Stammzellen abstößt, komme man an der psychischen Grenze der Belastbarkeit.

Grenzen der Belastbarkeit

„Damit umzugehen kann man nicht lernen, aber wir versuchen uns die positiven Beispiele vor Augen zu halten. Und das sind viele hunderte, für die wir einen Spender vermitteln konnten. Zwei großartige Beispiele, Anja Roith und Georg Weber haben wir heute im Saal sitzen, die zeigen, wie wichtig eine intakte Datenbank ist.“

Die Geschichte ist mittlerweile in einem Buch zusammengefasst. 500 verkaufte Bücher zeigen, dass die Arbeit in der Bevölkerung Interesse findet. Das Buch kostet 9,90 Euro. Der Erlös wird für neue Typisierungsaktionen verwendet. Geld ist wichtig, da es keine öffentliche Förderung gibt und die Krankenkassen nicht unterstützen können. Bisher hat der Verein 38 414 Spender für die weltweite Datenbank aufgenommen mit Kosten von 1 920 700 Euro. Für die Zukunft ist Einiges in Planung. Fix sind weitere Typisierungen am 3. Oktober in Auerbach, am 17. Oktober bei der Deutschen Bahn in Nürnberg und am 18. Oktober in Hirschaid, sowohl am Herbstmarkt und auch bei Möbel Neubert. „Wenn alles gut läuft, haben wir kurz vor Jahresende noch einen dicken Fisch an der Angel“, betone Sporrer. „Ein großes Unternehmen will Typisierungsaktionen starten und hier werden wir komplett alle Standorte in Deutschland typisieren. Dafür laufen die Planungen.“

Spender sind sehr wichtig

Prof. Markus Böck, Leiter der Datenbank an der Universtätsklinik Würzburg würdigte die Arbeit des Vereins „Hilfe für Anja“. Ohne Zweifel habe die Medizin große Fortschritte bei der Stammzelltransplantation gemacht und es sei heute medizinisch betrachtet vieles möglich, an das man noch vor zehn oder 15 Jahren nicht zu denken gewagt hatte. „Aber der ganze medizinische Fortschritt wäre vollkommen nutzlos, wenn wir nicht die entsprechenden Spender hätten, die uns die Transplantation erst ermöglichen. Was Sie da gemacht haben, ist eine tragende Säule unserer Arbeit und vor allem eine tragende Säule für das Leben vieler Menschen.“

Im Laufe des Abends wurden Anja Roith aus Hirschhaid, die dem Verein den Namen gegeben hat und Georg Wagner aus Neuaign bei Wernberg zu Ehrenmitgliedern ernannt.