Doch für viele von ihnen war genau das Gegenteil der Fall: „Sie haben regelrecht aufgeatmet“, wird Gunhild Scheidler, Beraterin für Glücksspielende in der Suchtberatungsstelle der Diakonie Bayreuth, in einer Mitteilung zitiert.

Wie ist das zu erklären? „Das ist ein Effekt, den ich aus der Beratung von Glücksspielenden gut kenne“, sagt Scheidler. „Der Druck zu spielen, ist bei vielen Betroffenen nur dann vorhanden, wenn sie die Möglichkeit haben zu spielen. Ist dies nicht der Fall – zum Beispiel weil kein Geld mehr verfügbar ist oder auch dadurch, dass jetzt die Spielhallen geschlossen waren – haben sie kein Problem, spielfrei zu bleiben.“

Anders sei es bei Spielern und Spielerinnen, bei denen die Sucht schon weit fortgeschritten sei. Sie würden alles daran setzen, irgendeine Möglichkeit zum Spielen zu finden. Wenn sie kein Geld mehr hätten, würden sie sich beispielsweise verschulden oder das Geld unter Umständen auch illegal beschaffen.

Während des Lock-Downs seien vermutlich viele dieser Spieler auf Angebote im Internet ausgewichen. Für alle, die schon immer im Internet gespielt haben – und das sind laut Scheidler nicht wenige – hat sich durch Corona ohnehin nichts geändert. Bei ihnen könnte das Spielen durch die verstärkte Verlagerung des Lebens ins Internet möglicherweise sogar noch zugenommen haben.

Für die Glücksspielberatung heißt das, dass sie auch während des Lock-Downs gebraucht wurde. Während in den vergangenen Wochen nur telefonische Beratung stattfinden konnte, sind jetzt auch wieder Gespräche in der Beratungsstelle möglich. Voraussetzung dafür ist, neben der telefonischen Terminvereinbarung, das Tragen von Masken und die Einhaltung des Mindestabstands.


Wer im Moment persönliche Kontakte lieber vermeiden möchte, kann sich nach wie vor unter 09 21/78 51 77 30 telefonisch beraten lassen. Unter suchtberatung@diakonie-bayreuth.de sowie www.evangelische-beratung.info/gluecksspiel-bayreuth besteht zudem die Möglichkeit der Online-Beratung.