Diakonie: Frühförderung überlebt

Von Frank Schmälzle

Sechs von 26 Mitarbeitern kündigen, und trotzdem so viel leisten wie zuvor? Geht das? Ja, sagt Diakonie-Geschäftsführer Franz Sedlak auf Fragen von Stadträten. Wenn man die Strukturen verbessert. Die wichtigste Botschaft des Diakonie-Geschäftsführers gestern an den Stadtrat: Die Frühförderung von Kindern mit Behinderung geht weiter.

Foto: Ronald Wittek Foto: red

Das sah noch vor ein paar Monaten anders aus. Wirtschaftsprüfer, die die in finanzielle Schieflage geratene Diakonie beraten hatten, wollten die Frühförderung schließen. Über Jahre hatte die gemeinnützige GmbH, deren Gesellschafter die Diakonie und der Verein „Hilfe für das behinderte Kind“ sind und die die Frühförderung anbietet, etwa drei Millionen Euro Defizit erwirtschaftet. Die Diakonie hatte, wie berichtet, die jährlichen Fehlbeträge übernommen. Die Ideen, wie die Frühförderung wirtschaftlicher arbeiten kann, ohne die Betreuung der Kinder herunterzufahren, stammen von den Mitarbeitern der Frühförderung selbst, sagt Sedlak. Ein Punkt dabei: Die Ausfallzeiten lagen in der Vergangenheit nach Angaben des Diakonie-Geschäftsführers bei 40 Prozent. Anders gesagt: In 40 Prozent der Zeit leistete die Frühförderung keine Arbeit, die sie abrechnen konnte. Das soll sich ändern. Und: Sechs Mitarbeiter bekommen die Kündigung. Wobei vier von ihnen einen neuen Arbeitsplatz bei der Diakonie finden werden, sagt Sedlak. Er sei zuversichtlich, dass diese Schritte ausreichen werden, um die Frühförderung zu sanieren. „Ganz ohne Einschnitte geht es aber eben nicht.“

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Die Frage des CSU-Fraktionsvorsitzenden Stefan Specht, warum die Diakonie den Sanierungsbeitrag, den der Verein „Hilfe für das behinderte Kind“ als Mitgesellschafter der gemeinnützigen GmbH leisten wolle, nicht annimmt, ließ Sedlak offen. Die Regelungen des Schutzschirmverfahrens, das derzeit für die GmbH läuft, verbieten ihm eine Antwort. Dieses Schutzschirmverfahren ist das erste, das in Bayreuth stattfindet. Es soll Gläubiger schützen. Hauptgläubiger sind die Mitarbeiter.

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