In drei Bayern-Jahren ist Kane dreimal Bundesliga-Torschützenkönig geworden. Noch ein Jahr läuft sein Vertrag, der möglichst bald verlängert werden soll. Kane ist dazu bereit: "Wir haben ein fantastisches Team, eines der besten, wenn nicht das Beste in Europa im Moment. Top! Top!" Hoeneß erklärte den aktuell besten Neuner der Welt für unverkäuflich. "Der FC Bayern ist ein Käuferverein, kein Verkäuferverein", posaunte der Bayern-Patron.
Sportvorstand Eberl hat im Sommer also eine große Personalie zu regeln, die auch wieder teuer werden dürfte. Jener Eberl, der auch einen gewichtigen Anteil am Double-Gewinn hat, der aber im Aufsichtsrat kritisch beäugt wird.
Hoeneß' wuchtiger "Zweifel"-Satz zu Eberl
Im "Spiegel"-Interview, das ausgerechnet am Tag des Endspiels erschien, sprach Hoeneß von einer Tendenz "60 zu 40 für eine Verlängerung" mit dem 52-Jährigen. Neben Lob für Eberl äußerte Hoeneß aber vor allem auch diesen wuchtigen Satz: "Da sind noch Zweifel."
Eberl reagierte auf die Nebengeräusche am Finaltag ziemlich irritiert. "Das Fell ist dick geworden", sagte er zwar nach bald zweieinhalb Manager-Jahren in München. Hinschmeißen will er nicht. "Ich mache meine Arbeit mit sehr, sehr viel Herzblut und sehr, sehr viel Freude. Und wenn man mich lässt, dann bin ich auch bereit, sie weiterzumachen", sagte Eberl standhaft.
Er hat den in Berlin von den Bayern-Fans lautstark gefeierten und besungenen Trainer Kompany geholt. In seine Amtszeit fällt auch die Verpflichtung der Flügel-Asse Michael Olise und Luis Díaz, ebenso die von Nationalverteidiger Jonathan Tah. Aber die alten Granden um Hoeneß oder Ex-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge blicken auch kritisch auf die exorbitanten Stargehälter.
Um Herzen zu erobern, wie das in dieser Saison mit dem Torrekord in der Liga, zwei Titeln und großen Königsklassen-Abenden gelungen sei, "gibt es einen Preis", erklärte Eberl. Kane, medial als "King Kane" gefeiert, sagte auch noch etwas: "Max ist großartig."