DFB-Pokal Finale zum Jubiläum: RB Leipzig erstmals im Endspiel

Das hatte sich RB Leipzig leichter vorgestellt. Zweitligist Hamburger SV wehrt sich im DFB-Pokal-Halbfinale gegen den Bundesliga-Dritten aus Sachsen. Doch am Ende setzt sich die spielerische Klasse der Leipziger durch. Der richtige Erfolg zum richtigen Zeitpunkt.

Hamburg - RB Leipzig hat passend zum zehnjährigen Club-Jubiläum erstmals ein großes Endspiel erreicht.

Mit einiger Mühe und auch dank eines Eigentors setzte sich der Fußball-Bundesligist beim kampfstarken Zweitligisten Hamburger SV verdient mit 3:1 (1:1) durch und zog nach seinem neunten Pflichtspiel-Auswärtssieg nacheinander in das DFB-Pokal-Finale am 25. Mai in Berlin ein. Dort treffen die Sachsen entweder auf Werder Bremen oder Rekord-Pokalsieger Bayern München, die am Mittwoch im zweiten Halbfinale aufeinandertreffen.

"Normalerweise müsste das Spiel nach 20 Minuten entschieden sein. Wenn es da 3:0 steht, kann sich der HSV nicht beklagen", meinte RB-Trainer Ralf Rangnick in der ARD. "Unterm Strich haben wir die schwere Tour gewählt. So mussten wir dann richtig noch mal Mentalität zeigen." Am Ende war der Coach stolz: "Die Mannschaft verblüfft uns immer wieder."

Yussuf Poulsen (12.) hatte den Bundesliga-Dritten schon früh in Führung gebracht. Bakery Jatta (24.) gelang mit einem Schlenzer unerwartet der Ausgleich für den letztjährigen Erstliga-Absteiger. Zum Pechvogel avancierte Hamburgs Verteidiger Vasilije Janjicic (53.), der bei einer Rettungsaktion den Ball über die Linie des HSV-Tores drückte. Emil Forsberg (72.) machte den RB-Sieg perfekt.

Die Leipziger hatten erstmals überhaupt das Halbfinale erreicht, für den HSV war es das erste seit zehn Jahren. Die Hamburger waren zuletzt 1987 in ein Endspiel eingezogen und hatten damals auch ihren bislang letzten Titel gewonnen. "Es ist schade", meinte HSV-Torwart Julian Pollersbeck im TV-Sender Sky. Er erkannte aber auch: "Die Leipziger haben eine brutale Qualität. Sie sind die beste Mannschaft in Deutschland neben den Bayern." Pollersbeck kann sich indes nun mit dem Zweitliga-Zweiten, der seit fünf Punktspielen ohne Sieg ist, ganz auf das Aufstiegsrennen konzentrieren.

Vor 52.365 Zuschauern im Volksparkstadion dominierte der Champions-League-Anwärter aus Sachsen zunächst dank seiner spielerischen und technischen Klasse. Die wackeren Hamburger stemmten sich dagegen, offenbarten aber im Spielaufbau große Unzulänglichkeiten. Auch das Vorziehen des spielstarken Douglas Santos aus der Viererkette ins defensive Mittelfeld brachte erst einmal wenig.

Trotz ihrer spielerischen Überlegenheit benötigten die Leipziger einen Eckball zur Führung. Torjäger Poulsen (12.), der nach überstandener Krankheit erstmals wieder in der Startelf war, traf völlig frei per Kopf. Wie schon so oft in der Zweitliga-Saison zeigte die HSV-Deckung auch diesmal ihre Schwäche bei Standards.

Vier Minuten später hätten die Gäste früh die Weichen auf einen ruhigen Pokal-Abend stellen können. Binnen weniger Sekunden scheiterte erst Poulsen am Pfosten, dann Marcel Sabitzer.

An den Kräfteverhältnissen änderte sich auch in der Folgezeit zunächst nichts. Leipzig dominierte, Hamburg wehrte sich. Um so überraschender der Ausgleich: Nach einem Fehler von RB-Mittelfeldspieler Kevin Kampl schnappte sich der unermüdliche Jatta (24.) den Ball und schlenzte ihn aus 25 Metern über Leipzigs Schlussmann Péter Gulácsi clever ins Tor.

Plötzlich spürten die Hamburger, dass mehr geht. Vor allem Douglas Santos kurbelte das Spiel an. Er setzte Khaled Narey (42.) gekonnt ein, der an Gulácsi scheiterte. Die Leipziger wurden vor der Pause nur noch einmal durch einen 15-Meter-Schuss von Nationalspieler Timo Werner (27.) gefährlich.

Der HSV versuchte nach dem Wechsel an die Leistung in Hälfte eins anzuknüpfen. Doch mit dem ersten gelungenen Angriff der Leipziger waren alle Bemühungen dahin. Nach einer Kombination über Kampl und Poulsen war HSV-Verteidiger Janjicic (53.) zum falschen Zeitpunkt an der falschen Stelle.

Danach hatte RB die Partie wieder im Griff. Forsberg machte mit seinem Treffer alles klar, nachdem er noch drei Minuten zuvor die Latte getroffen hatte. Vom HSV kam nicht mehr viel. Er darf trotz der Niederlage schon am Samstag nach Berlin fahren: Dann spielt die Mannschaft von Trainer Hannes Wolf in der Hauptstadt beim Zweitliga-Aufstiegsrivalen Union.

 

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