Der Vorreiter GCE Tablet und Heft Hand in Hand

95 Kinder der fünften Klassen des GCE starten mit Tablets ins neue Schuljahr. Das Bild zeigt die Schüler und Sponsoren. Foto: Andreas Harbach

BAYREUTH. Das Gymnasium Christian-Ernestinum (GCE) hat Vorreiter-Rolle bei dem Thema in Bayreuth. Erst hat die Schule ausprobiert, welche Art von Tablets sich am besten im Unterricht nutzen lassen, jetzt gehen alle Fünftklässler mit eigenen iPads in ihr Schulleben. Am Freitag war der offizielle Startschuss für das Projekt, bei den neben vielen Sponsoren auch „Kurier in der Schule“ im Boot ist.

Mit zwei neunten Klassen gab es im vergangenen Schuljahr einen Vorläufer mit einem sperrigen Namen: Teststellung hat es der Direktor des GCE, Franz Eisentraut, genannt. Dabei war geprüft worden, ob sich Windows-Tablets oder solche von Apple besser eignen. Und ob die Schüler die Tablets mit nach Hause nehmen müssten, um sinnvoll damit arbeiten zu können. „Ein wichtiges Ergebnis war: Das Projekt lebt davon, dass die Eltern einbezogen sind“, sagt Eisentraut. Und: Nur wenn das Gerät den Kindern gehört, können sie es auch mit nach Hause nehmen.

Gleiche Oberfläche gibt es nur bei Apple

Es habe sich herausgestellt, dass es wichtig sei, „dass alle Kinder die gleiche Oberfläche nutzen. Und das kann nur Apple gewährleisten. Auch für die nächste vier bis fünf Jahre, in denen die Kinder das Gerät nutzen“. Ein wesentliches Ergebnis der Teststellung: In der neunten Klasse erst einzusteigen, „ist zu spät“. Man müsse sich rechtzeitig damit befassen, „dass die Kinder das nicht nur als Spielzeug, sondern auch als Arbeitsgerät wahrnehmen“.

Kurier unterstützt das Projekt

Nachdem ein Hofer Gymnasium in Zusammenarbeit mit der dortigen Tageszeitung „Frankenpost“ bereits ein Tablet-Projekt hat, hat das GCE – auch in Zusammenarbeit mit dem „Nordbayerischen Kurier“ – „das Projekt adaptiert und ein Paket geschnürt, das zu uns passt“, sagt Eisentraut am Freitag. Jeder Schüler der fünften Klasse starte mit einem iPad in sein gymnasiales Schulleben, das „von den Eltern erworben wurde“. Die Schule biete „ein attraktives Finanzierungsmodell, das mithilfe externer Partner und Sponsoren geschultert werden konnte“, sagt Eisentraut. Sponsorengeld im Wert von rund 18 000 Euro sei von den Stadtwerken, dem Zahnarzt Dr. Greßmann, dem Verein der Freunde des GCE, der Sparkasse Bayreuth, Tennet TSO GmbJ, der BES Entsorgungsservice GmbH sowie Euronics-Baumann gekommen.

Zugang zur elektronischen Zeitung und zur Recherche

Wie die Marketing-Leiterin des „Nordbayerischen Kuriers“, Ingrid Amschler, sagt, unterstütze die Zeitung das Projekt unter anderem mit rund 100 Zugängen zum E-Paper, damit die Schüler beispielsweise im Rahmen des Projekts „Kurier in der Schule“ im Unterricht und zur Recherche nutzen könnten. „Das verstehen wir als Zeitung als einen gewissen Bildungsauftrag, den wir haben“, sagt Amschler. Es mache Sinn, dass die Kinder „über den Unterricht in die digitale Welt eingeführt werden“.

Ministerialbeauftragter: Ein Meta-Thema

Und dazu gehöre nicht nur das Sprechen über das Thema, das der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Oberfranken, Harald Vorleuter, als „Meta-Thema“ beschreibt. Die Kinder bräuchten das Handwerkszeug, um zu lernen, sagt Eisentraut: „So wie man Radfahren oder Schwimmen nicht vom Zuschauen lernen kann, so verhält es sich auch mit dem verantwortungsbewussten Umgang mit den Vielfältigen Möglichkeiten einer inzwischen durch und durch digitalisierten Welt.“

Vorreiterrolle des GCE

Das GCE habe in Bayreuth mit dem Projekt eine Vorreiterrolle, sagt Vorleuter im Gespräch mit dem Kurier. Vor zwei Jahren habe es ein großes Programm des Freistaats gegeben, in dem Jahr habe „der Bund nachgezogen“, um die Digitalisierung in den Schulen voran zu bringen. „Wir beraten auch dei sachaufwandsträger sehr intensiv“, sagt Vorleuter über seine Dienststelle mit Sitz in Hof.

Das Tablet wird das Heft und die Handschrift nicht ersetzen - im Gegenteil

Das GCE halte mit seinem Konzept die Waage zwischen Didaktik und Technik-Einsatz. „Ich bin ein Gegner von Mono-Kulturen“, sagt Vorleuter – das GCE nutze die komplette Bandbreite, ersetze eben nicht Tafel, Heft und Buch durchs Tablet, sondern setzten das Tablet dort ein, wo die Nutzung sinnvoll sei. Ohne die wichtige Entwicklung der Handschrift, des Hefteintrags aus dem Auge zu verlieren. „Wenn die das so durchziehen, können die Schüler nur profitieren“, sagt Vorleuter.

Bayreuth hat Nachholbedarf in Sachen Digitalisierung

Es sei „begrüßenswert, dass Schulen Eigeninitiative ergreifen“, sagt Vorleuter. Generell sei wichtig, dass „die Sachaufwandsträger das eine oder andere Quäntchen Tempo“ bei dem Thema zulegten. Er hoffe, sagt Vorleuter, „dass auch die Stadt Bayreuth die Gunst der Stunde nutzt“, wenn – wie aktuell zahlreiche – Gymnasiums-Sanierungen anstehen.

 

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