Der Seiferth-Coup Center unterschreibt für zwei Jahre bei Medi

Nummer elf bleibt: Viele Medi-Fans wird es freuen, dass Center Andreas Seiferth seinen Vertrag um zwei weitere Spielzeiten verlängerte. Foto: Archiv/Peter Kolb

BASKETBALL. Von wegen Depression und Zukunftsangst. Bundesligist Medi Bayreuth, so scheint es, begegnet der Corona-Krise und ihren Auswirkungen mit der Serienproduktion von guten Nachrichten. Besonders die aktuellste dürfte im Lager der Anhänger regelrechte Euphorie auslösen: Nach Kapitän Bastian Doreth verlängerte mit Andreas Seiferth ein weiterer Leistungsträger und Publikumsliebling seinen Vertrag. Der Center bleibt bis 2022.

Wie seinem Freund und Teamkollegen Bastian Doreth wurde auch Seiferth eine Zusammenarbeit nach seiner aktiven Laufbahn in Aussicht gestellt. Was aber nicht heißen muss, dass er seine Karriere 2022 – mit dann 33 Jahren – schon beenden wird. „Es kann wirklich gut sein, dass ich da noch etwas dranhänge“, sagt der gebürtige Berliner, der sich jetzt erst einmal „mit Vollgas auf Basketball konzentrieren“ möchte, die berufliche Perspektive für das Leben nach dem Leistungssport aber auch im Auge behält. Aktuell studiert Seiferth Sportökonomie an der Uni Bayreuth und bastelt gerade an seiner Bachelorarbeit. Eine spätere berufliche Tätigkeit in der Organisation des Bundesligisten oder auch bei Hauptsponsor Medi könne er sich auch deshalb sehr gut vorstellen.

Dass Seiferth überhaupt gehalten werden konnte, ist alles andere als selbstverständlich, angesichts der Tatsache, dass ein vertragsloser deutscher Center seiner Güteklasse auch Begehrlichkeiten anderer und weitaus potenterer Klubs geweckt haben dürfte. Seiferth selbst hält sich da bedeckt. Über andere Offerten sprechen will er nicht. „Letztlich war es das Gesamtpaket, das für mich den Ausschlag gegeben hat.“

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Netzwerk an Freunden und hohe Wertschätzung

Und bei solch einem Paket spielen eben nicht nur Verdienst und Perspektive eine Rolle, sondern auch die weichen Standortfaktoren. Der 2,09 m große Center nennt sie „Soft Facts“: Er habe sich hier schon ein ganz schönes Netzwerk an Freunden aufgebaut, sagt er. Seine Verlobte arbeitet in Bamberg, auch das habe eine Rolle gespielt. Die Freizeitmöglichkeiten seien super. Er verbringt viel Zeit im Hofgarten, geht gerne ins Florian, ins Louis, ins Plaka oder ins Römers. Und dann ist da ja auch noch die hohe Wertschätzung, die er allerorten erfährt. Dass das gelbe Trikot mit der Nummer elf weiter von dem smarten Preußen getragen wird, war der Wunsch vieler – vom jüngsten Medi-Fan bis zu Gesellschafter Carl Steiner. Er wisse das schon sehr zu schätzen, „dass da viele Leute gepusht haben“.

Einer war Bastian Doreth, der neben Trainer Raoul Korner und eben Seiferth die DNA des Standorts in den zurückliegenden Spielzeiten verkörpert hat. Ihm sei es persönlich unheimlich wichtig gewesen, „dass Andi bleibt. Er ist ein richtig guter Freund. Sportlich und menschlich eine wahnsinnige Bereicherung“, sagt Doreth. Die Verlängerung mit Seiferth sei auch perspektivisch ein tolles Zeichen für Fans, Sponsoren, für den ganzen Verein. „Er ist einer unserer Anker, auf die wir uns verlassen können.“

Ähnlich euphorisch gibt sich Raoul Korner. Der Bayreuther Coach sagt in einer Vereinsmitteilung, Seiferth sei neben Bastian Doreth der zweite Eckpfeiler seines Teams, „der nicht nur auf dem Spielfeld eine wichtige Rolle innehat, sondern auch alles verkörpert, wofür unsere Organisation steht“.