Der Enkel wirkte auf die Bayreuther Festspiele länger als sein Großvater: Erlebte doch Richard Wagner nur zwei Mal die Bayreuther Festspiele, woran Museumsleiter Sven Friedrich am Mittwoch vor Journalisten erinnerte.

Am Tage des musikalischen Festaktes im Festspielhaus zu Ehren Wolfgang Wagners bot er einen Rundgang durch die Sonderausstellung an. Diese solle keine „Huldigung“ sein, jedoch die „überragende Lebensleistung“ des Wagner-Enkels würdigen. Seine Wirkung manifestiere sich in den Produktionen, die er leitete, so Friedrich, 1700 an der Zahl. Und: Über Wolfgang Wagner sei mehr veröffentlicht worden als über seinen Bruder Wieland.

Wolfgang Wagner öffnete die Festspiele für auswärtige Regisseure und wegweisende wie kontroverse Interpretationen wie Christoph Schlingensief, Harry Kupfer, Götz Friedrich und Patrice Chéreau. Er war ab 1951 Festspielleiter, zuerst führte er die Bayreuther Festspiele mit seinem Bruder Wieland gemeinsam, ab 1966 bis 2008 alleine.

Der Vater der gegenwärtigen Festspielleiterin Katharina Wagner prägte die „Werkstatt Bayreuth“ wie kein anderer als Intendant, Bühnenbildner und Regisseur.

Wer ihn kannte, hat ihn als omnipräsent im Festspielhaus in Erinnerung und als profundesten Kenner der Werke Richard Wagners. Zugleich war er ein waschechter Franke, was Mitschnitte aus Interviews und Filmen über die Festspiele dokumentieren. Ein fränkisches Original und ein Weltbürger gleichermaßen: „A weng göttlich“ soll er auf die Frage geantwortet haben, wie denn Wotan am besten zu spielen sei. „Mein Vater traute mir zu, sofort den Lehrstuhl für Oberfränkisch an einer Universität zu übernehmen“, schreibt Wolfgang Wagner in seiner Autobiografie „Lebens-Akte“. Dieses und noch andere Zitate leiten die Besucher durch die von Oliver Zeidler kuratierte Ausstellung.


Info: Am 8. August wird im Haus Wahnfried ein Symposium zu Wolfgang Wagner veranstaltet; Beginn ist um 10 Uhr.