Der Nichtbadesee von Goldkronach

Von Andreas Gewinner

Er macht seinem Namen keine Ehre: der Badesee von Goldkronach. Das zweite Jahr in Folge musste hier ein Badeverbot ausgesprochen werden, und zwar wegen erhöhter Keimbelastungen. Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht.

Schon wieder: Badeverbot am Goldkronacher Badesee. Foto: ArchivAndreas Harbach Foto: red

Im Landkreis Bayreuth werden insgesamt vier natürliche Badegewässer während der Badesaison zwischen Mai und September vom Gesundheitsamt im Vierwochenrhythmus überprüft. Außer dem Badesee Goldkronach sind dies der Fichtelsee, das Moorbad Fleckl und der Waizenreuther Weiher. Der Bindlacher Kiesweiher wird nicht mehr beprobt, da er in Privatbesitz ist und offiziell kein Badegewässer mehr ist. Aktuell besteht nur für den Goldkronacher See ein Badeverbot.

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"Das ist schon deutlich"

Die Wasserqualität kennt die vier Stufen "ausgezeichnet", "gut", "ausreichend" und "Badeverbot". Um noch als "ausreichend" durchzugehen, darf das Badewasser höchstens 1800 "koloniebildende Einheiten" an Colibakterien je 100 Milliliter Wasser haben. Passte der Wert im April noch, waren es im Mai und Juni mehr als doppelt so viel wie erlaubt. "Das ist schon deutlich", sagt Klaus von Stetten, Leiter des Gesundheitsamtes bei der Landkreisbehörde. Colibakterien und Enterokokken (auf die ebenfalls getestet wird) sind Darmkeime, die in Ausscheidungen von Mensch und Tier vorkommen.

Alle zwei Wochen wird beprobt

Bei Gewässern mit Badeverbot wird sogar alle zwei Wochen geprobt, "wir wollen das Badeverbot nicht länger aufrecht erhalten als nötig", so von Stetten. Aber die Werte, die dort seit dem Mai gemessen wurden, ließen wenig Hoffnung, dass es dieses Jahr noch mal was wird mit Baden bei Goldkronach. 

Badet man trotzdem und trinkt dabei versehentlich von dem Wasser, kann man Durchfall bekommen - "nur Durchfall, Durchfall mit Erbrechen, mit und ohne Fieber - alle Varianten sind möglich", so von Stetten. Die gute Nachricht in diesem Fall: Es ist nach wenigen Tagen wieder vorbei. Zu größeren Komplikationen kann es aber bei Kranken, Alten und Kindern kommen. Und Badeverbot heißt nicht, dass man bestraft wird, wenn man es trotzdem tut. Außer eben eventuell mit Durchfall.

Die eine Ursache gibt es nicht

Die eine Ursache für die hohe Belastung in Goldkronach gibt es wohl nicht, so von Stetten. Der See ist von landwirtschaftlichen Flächen umgeben, so dass bei starken Regenfällen möglicherweise Gülle von den angrenzenden Flächen eingespült wird. Aber auch lange Trockenphasen können ein Problem sein: "Dann konzentrieren sich Wasservögel an den wenigen Feuchtflächen, die es dann noch gibt." Und mit ihnen ihre Ausscheidungen.

Als problematisch gilt auch, dass Zu- und Abfluss des Weihers nah beieinander liegen, was den Wasseraustausch beinträchtigt.

Bürgermeister Holger Bär teilt auf Nachfrage mit, dass das Wasserwirtschaftsamt einbezogen ist in die Bemühungen, der Sache abzuhelfen. Wie eine Lösung aussehen könnte, weiß Bär derzeit noch nicht: "Eine Musterlösung für die 'eine Ursache' wird es wohl nicht geben."

Der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes, Benno Strehler, teilt auf Nachfrage mit: "Das Wasserwirtschaftsamt Hof wurde von Bürgermeister Bär aktuell um Unterstützung gebeten. Ein Vororttermin fand bisher noch nicht statt (ist aber bereits geplant), so dass wir im Moment noch keine fachliche Einschätzung der Situation abgeben können. Wir sind bemüht, im Rahmen unserer Möglichkeiten der Gemeinde zu helfen."

Der Badesee hat sogar eine eigene Facebookseite. Das Badeverbot ist hier merkwürdigerweise kein Thema. Dort wird der See in insgesamt sechs Bewertungen mit 3,5 von fünf möglichen Sternen bewertet.