Wenn Annerose Kipnowski-Häfner an die alte Mühle denkt, dann denkt sie vor allem an ihre Urgroßmutter, die sie nur aus Erzählungen kennt. Alte Bilder zeigen eine stattliche Frau mit offenem, freundlichem Gesicht, das nichts verrät von ihrem harten Leben: Fünf ihrer sechs Kinder starben früh, ebenso der Ehemann. Allein musste sie sich um die Geschäfte kümmern. Ihre Beschäftigten behandelte sie wie Familienangehörige. Im Krieg und danach fanden Ausgebombte, Vertriebene und Flüchtlinge ein Zuhause in dem großen Haus. Zwei Damen aus Hamburg, die bei den Luftangriffen ihr dortiges Heim verloren und die es in die Glasermühle verschlagen hatte, setzten der Mühle und ihrem guten Geist ein Denkmal. Ein Gedicht, sauber mit der Maschine geschrieben, in dem es unter anderem heißt: „Gern denk ich zurück zur Mühle, wo Frau Greiner stand am Herd, mit viel Liebe und Gefühle manches Gute uns beschert (…) Bischofsgrün du teure Stätte, des Gebirges schönste Zier, gabst dem Wanderer Schutz und Bette, Gott erhalt‘ dich für und für.“