"Der ist auch cool" Mit Joshua Kimmich ins WM-Stadion

Von Eberhard Spaeth

Die erste Flugreise des Lebens, eine Woche in Moskau, Tuchfühlung mit deutschen Nationalspielern und schließlich Mitglied der Einlauf-Eskorte für die DFB-Auswahl vor dem WM-Spiel gegen Mexiko – was der achtjährige Bayreuther Anton Förster in der zurückliegenden Woche erlebt hat, reicht eigentlich für mehrere Jahre in einem Kinderleben. „Ich habe selbst noch nicht alle Eindrücke verarbeitet“, sagt Vater Christian Förster am Tag nach der Rückkehr vom gemeinsamen WM-Abenteuer in Russland.

Fußball, WM 2018 in Moskau, Joshua Kimmich, Anton Förster, Einlauf-Eskorte Quelle: Unbekannt
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Der Sohn wirkt da fast schon gelassener, obwohl er am Tag nach der langen Reise schon wieder den ersten Schultag hinter sich hat: „Es war eigentlich ein ganz normaler Tag in der Schule – außer, dass ich am Anfang sehr viel gefragt worden bin.“ Dabei fällt ihm trotz der vielen Eindrücke die Auswahl des wichtigsten Punktes nicht schwer: „Das war, als mich Joshua Kimmich angesprochen hat.“ Das Besondere daran: Der Abwehrspieler des FC Bayern München überraschte seinen Begleiter mit einer Begrüßung in russischer Sprache und merkte erst anhand der verdutzten Reaktion, dass er einen jungen Landsmann vor sich hatte. „Dann ging er gleich zu Mats Hummels und Thomas Müller und sagte: Wie toll, wir haben deutsche Kinder hier“, berichtet Anton Förster.

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Der eigentlich eher für stille Konzentration vor dem Spiel bekannte Kimmich habe dann sogar gescherzt: „Beim Händedruck hat er erst ein paar Mal die Hand wieder weggezogen.“ Somit war es für den Achtjährigen überhaupt kein Problem, dass er nicht an der Hand seines Wunschspielers Manuel Neuer einlaufen konnte („Das entscheidet die Fifa anhand der Körpergröße“, erklärt der Vater.): „Joshua Kimmich war auch richtig cool!“

Aufgeregt sei er da schon lange nicht mehr gewesen, sagt der begeisterte Freizeitfußballer, der im Verein aber Handball bei Haspo spielt – obwohl er sich eine Viertelstunde zuvor in den Gängen des riesigen Luschniki-Stadions von seinem Vater hatte trennen müssen: „Ich hatte mich ja schon in den Tagen vorher mit den anderen Kindern angefreundet, und es waren auch viele Betreuer da.“ Beim Schritt in die Arena mit ihren 80 000 Zuschauern habe er dann nicht einmal die auf sich gerichtete Fernsehkamera wahrgenommen: „Als erstes aufgefallen sind mir die wahnsinnig vielen Fotografen. Die mussten sogar mit einem Seil zurückgehalten werden!“

Zehn Minuten nach seinem Auftritt auf der Weltbühne saß Anton Förster neben seinem Vater auf der Tribüne. Es folgte der weniger erfreuliche Teil des Tages mit dem Spiel und der deutschen 0:1-Niederlage. Diesen Eindruck hat er aber am schnellsten von allen verarbeitet. Denn wird Deutschland trotzdem Weltmeister? „Jaaa!“

"Wahnsinniger Aufwand"

Ebenso große Augen wie der Sohn machte auch Vater Christian Förster während der Woche in Moskau, wenn auch mitunter aus anderen Gründen. „Der Aufwand ist wahnsinnig, vor allem für die Sicherheit.“ Die deutsche Mannschaft als Weltmeister sei als besonders gefährdet eingestuft. Umso bemerkenswerter sei es, wie nahe die Gruppe um die Eskort-Kinder den innersten Kreisen gekommen sei, bei zwei Pressekonferenzen und vor allem beim Training: „Die Journalisten mussten nach 15 Minuten gehen, aber wir durften bleiben. Schon am Donnerstag haben wir uns gedacht, dass die in den gelben Leibchen die Startelf sein könnten – und so war es dann auch.“ Neben dem organisierten Tourismus-Programm (davon drei Tage gemeinsam mit den Kindern aus anderen Nationen) habe ihn der Sponsorenbereich im Stadion beeindruckt: „Da wurde nichts ausgelassen – Champagner bis zum Abwinken.“