Thema Ekelbilder: Es muss wehtun

Von Maximiliane Rüggeberg

Der Ansatz ist nicht verkehrt: Dank Brüssel klebt künftig ein Ekelbild auf jeder Schachtel Zigaretten. Das soll die Nichtraucher verschrecken und Rauchern ihr Laster bewusstmachen. Doch die Gesellschaft krankt ja nicht nur an Lungenkrebs und Raucherbeinen. Warum also nicht auf alle schädlichen Genuss-und Lebensmittel Warnhinweise kleben?

Von der Pralinenpackung schaut uns dann ein traurig dreinblickender Fettwanst entgegen, die Weinflasche ziert ein ausgemergelter Alkoholiker und auf der fetttriefenden Pommestüte prangt das Foto eines Herzinfarkt-Patienten. Wenn die Brüssel’sche Idee funktioniert, müssten wir bald alle einen kerngesunden Astralkörper haben. Wie gesagt, müssten. Denn der Mensch neigt nun mal dazu, unvernünftig zu sein.

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Also werden die Raucher aller Wahrscheinlichkeit nach weiter paffen, auch wenn sie dabei auf schwarze Lungen schauen. Gewissensbisse tun eben nicht weh. Deshalb sollte man auch da ansetzen, wo es wirklich schmerzt: Am Portemonnaie der Verbraucher. Also runter mit den Bildern, und rauf mit der Steuer. Alles andere ist Zeitverschwendung.