Denkmal hautnah Auf den Spuren von Wilhelm Glenk

Die Initiative Treppenhauskunst in Pegnitz beteiligt sich mit einem spannenden Programm am Sonntag, 8. September, am Tag des offenen Denkmals.

Lange bevor es Fernsehen gab: Peter Riecke lässt im Licht der alten Technik jedes Motiv zu einem aufregenden Bewegtbild werden. Foto: red

Unterstützt wird die Veranstaltung der Initiative Treppenhauskunst zum Tag des offenen Denkmals von Stadtheimatpfleger Helmut Strobel. Unter dem Titel „Denkmal hautnah: Auf den Spuren des ersten Pegnitzer ‚Global Players‘ Wilhelm Glenk und seiner Zeit“ erhalten die Besucher im Rahmen der Ausstellung und des Vortrages am kommenden Sonntag einen Einblick in das Wirken des einst bedeutendsten Pegnitzer Kaufmanns und seiner Nachfolger im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert.

Nach der Werbung weiterlesen

Repräsentatives Kaufmannshaus mit deutlich klassizistischer Note

Das heute als Gesundheitszentrum Pegnitz in der Hauptstraße 24 bekannte Gebäude errichtete Wilhelm Glenk 1852 als repräsentatives Kaufmannshaus mit deutlich klassizistischer Note. In Anlehnung an die Architektur der Bauten des Bayernkönigs Ludwig I nennen manche den Stil der Fassade auch ‚Ludwigstil‘. Das großzügige alte Treppenhaus mit einem weiten Treppenauge zum Hochziehen der Waren dient heute nicht nur Patienten, sondern seit neun Jahren auch als Galerie.

Geschäftskontakte, die weit über Deutschland hinausreichten

Wilhelm Glenk hatte allen Grund, sich als die Nummer eins darzustellen, denn er und seine Nachfolger unterhielten Geschäftskontakte, die weit über Deutschland hinausreichten. Für das damals noch sehr verschlafene Pegnitz ein spektakulärer Aufstieg. Seine international begehrten Exportgüter waren vor allem Wiener Kalk und Bolus/Farberde aus Pegnitz und Umgebung. Auch seine unterschiedlichsten Handelswaren lassen aufhorchen: Von lebenden Krebsen aus Ostpreußen bis zu technischem Spielzeug aus Nürnberg zeugen umfangreiche Geschäftsdokumente in der Ausstellung von seinem Sortiment. Auch das Benzin für die ersten Autos in Pegnitz kam in Kanistern aus diesem Haus. Sogar Schiffspassagen nach Amerika soll Wilhelm Glenk vermittelt haben, da in dieser Zeit viele Menschen auswanderten.

In genau diese Epoche entführt der Sauerländer Peter Riecke, der letzte „Laternist“ in Deutschland, die Besucher des Aktionstages mit zwei Vorstellungen. Der Lichtmagier beherrscht noch die Kunst der „Zauberlaternen“ und unterhält sein Publikum durch Vorführungen mit Originalgerät und alten Glasplatten aus seiner umfangreichen Sammlung.

Die erste Technik der bewegten Bilder Ende des 19. Jahrhunderts

Laterna Magica war die erste Technik der bewegten Bilder Ende des 19. Jahrhunderts. Anfang des 20. Jahrhunderts hielten die Geräte auch Einzug in technikbegeisterte bürgerliche Kinderzimmer. Meist stammten sie aus Nürnberg und sind dort im weltbekannten Nürnberger Spielzeugmuseum in Vitrinen zu sehen. Im historischen Treppenhaus allerdings werden sie für einen Tag wieder lebendig. Abgerundet wird die Ausstellung durch eine aus historischen Kaufmannsbriefen zusammengestellte Collage der Weidenberger Künstlerin Valentina Krause.

Programm und Zeitplan

10.30 Uhr:
Vortrag und Ausstellung: Auf den Spuren des ersten Pegnitzer Global Players Wilhelm Glenk und seiner Zeit (Stadtheimatpfleger Helmut Strobel und Martin Wiesend, etwa 30 bis 45 Minuten).

11.30 Uhr: Laterna-Magica-Vorführung mit Originalgerät und alten Glasplatten, Peter Riecke, 45 Minuten.

14.30 Uhr:
Vortrag und Ausstellung: Auf den Spuren des ersten Pegnitzer Global Players Wilhelm Glenk und seiner Zeit (Stadtheimatpfleger Helmut Strobel und Martin Wiesend, etwa 45 Minuten).

15.30 Uhr: Laterna-Magica-Vorführung mit Originalgerät und alten Glasplatten (Peter Riecke, ca. 45 Min.).

10 bis 17 Uhr: Besichtigung der Ausstellung und des Gebäudes am Tag des offenen Denkmals ist durchgehend von 10 bis 17 Uhr möglich.

Bis Ende Oktober: Die Ausstellung ist bis Ende Oktober Montag bis Freitag von 8 bis 19 Uhr und Samstag von 8 bis 13 Uhr zu besichtigen.