Dem Fünfjährigen gefällt es, der einzige Junge zu sein Allein unter Mädchen: Noah Burger tanzt Ballett

Von Martina Bay

Ballett ist immer noch ein Mädchensport. Dem fünfjährigen Noah Burger ist das egal. Er ist der einzige Junge in der Ballettgruppe. Seine Lieblingsübung ist der Raketensprung. Trainiert wird Noah von seiner Mutter.

Noah Burger tanzt Ballett. „Es macht mir Spaß und ich bin der einzige Junge unter den Mädchen“, sagt Noah. Der Fünfjährige rennt wie ein Wirbelwind durch den Raum. Er kann es kaum abwarten zu zeigen, was er schon gelernt hat. Seine Lieblingsübung ist der Raketensprung. Dazu stellt er die Füße zusammen, geht in die Knie und springt, so hoch er kann, mit gestreckten Füßen nach oben.

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Jeden Dienstag übt Noah mit den anderen Teilnehmerinnen. Sie sitzen mit gesteckten Beinen in einem Kreis. Alle sollen einen geraden Rücken machen. Im Wechsel strecken sie die Füße vom Körper weg und ziehen sie wieder heran. „Die Kinder sollen das Ganze spielerisch lernen. Wir trainieren die Beweglichkeit“, sagt Lena Etterer.

Die 29-Jährige ist Noahs Mutter und seine Trainerin. Ihr gehört die Ballettschule „Ballett Lena Etterer“ in Bayreuth. Sie hat mit vier Jahren mit dem Ballett angefangen und später Ballett in Nürnberg und London studiert. „Zur Zeit des Sonnenkönigs in Frankreich im 17. Jahrhundert haben nur Männer Ballett getanzt“, sagt Etterer. Ihr Sohn Noah steht gerade vor dem Spiegel im Ballettraum und zeigt einige Schrittpositionen. „Sechs Fußpositionen gibt es“, sagt Etterer. Noah zeigt die erste Position. Seine Füße stehen dabei nebeneinander, die Fersen berühren sich. Danach geht Noah in die zweite Fußposition. Die Füße stehen immer noch nebeneinander. Allerdings berühren sich die Fersen nicht mehr, sondern die Füße sind hüftbreit auseinander.

Noahs Lieblingstänzer ist Jean Claude van Damme. Der Belgier ist als Schauspieler berühmt geworden, ist aber ein ausgebildeter Tänzer. Noah hat mal einen Werbefilm von van Damme gesehen. Dort stand der Schauspieler mit den Füßen auf den Rückspiegeln zwischen zwei Lastwagen. Als die Lastwagen auseinanderfuhren haben sich seine Beine so weit gespreizt, dass sie eine gerade Linie bildeten. Im Ballett nennt sich diese Akrobatikübung Spagat. Das Spagat schafft Noah zwar noch nicht ganz, aber viel fehlt nicht mehr.

Als Noah drei Jahre alt war, ist er in einem Ballettstück aufgetreten, dass seine Mutter organisiert hatte. Er spielte dort den Bruder von Dornröschen. Wenn Noah nicht im Kindergarten spielt, ist seine ganze Woche mit Sport ausgefüllt. Neben Ballett geht Noah noch ins Turnen und spielt Fußball. „Ich mag den 1. FC Nürnberg, den FC Bayern und die deutsche Nationalmannschaft“, sagt Noah. Seine Mutter sagt: „Noah ist ständig in Bewegung.“ Die Kindergärtnerinnen müssen ihn auch schon bremsen. Manchmal steht er dort eine halbe Stunde im Kopfstand. Mit den Kindergärtnerinnen konnte Noah sich jetzt einigen, dass er nur noch für wenige Minuten im Kopfstand stehen bleibt.