Das bemerkenswerteste Ergebnis wird dabei erst auf den zweiten Blick deutlich. Der im Grunde durchaus erwartungsgemäße 3:1-Heimsieg der Kassel Huskies gegen den EV Landshut kam nämlich unter ungewöhnlichen Umständen zustande. Die Gäste konnten nur einen Minikader mit lediglich zehn Feldspielern aufbieten, weil neben laufenden Quarantäne-Maßnahmen auch noch zusätzliche Akteure unter grippeähnlichen Symptomen litten (auch wenn sie zuletzt negativ auf Covid-19 getestet wurden). Anträge des EVL auf Spielverlegungen waren abgelehnt worden, und zwar nicht nur von den Huskies, sondern auch von den Bietigheim Steelers, die am Sonntag in Landshut spielen sollten – kurzfristig aber ihrerseits durch Corona-Fälle außer Gefecht gesetzt wurden.

Nachwuchsspieler nicht mehr im Training

Besonders verärgert zeigten sich die Niederbayern, weil angeblich vonseiten der Liga auf die Möglichkeit einer Ergänzung des Kaders durch Spieler aus der hervorragenden Nachwuchsarbeit verwiesen worden war. „Unser Nachwuchs ist seit vier Wochen gar nicht mehr im Training“, wird der Geschäftsführer der Landshuter Spielbetriebs-GmbH, Ralf Hantschke, auf der Internetseite des Klubs zitiert. „Eine derartig spontane Nachnominierung hätte ein hohes Verletzungsrisiko zur Folge und wäre schlicht verantwortungslos.“

Umso bemerkenswerter war die Moral der Landshuter, die am kommenden Freitag in Bayreuth zu Gast sind (20 Uhr). Bis zum dritten Gegentor 105 Sekunden vor dem Ende durfte das Rumpfteam durchaus auf einen Punktgewinn hoffen und hatte dabei in verschiedenen Situationen sogar Pech. Das 0:1 fiel ganze drei Sekunden vor der zweiten Pause, das 0:2 wurde mit dem Schlittschuh erzielt – in beiden Fällen wurde der Videobeweis bemüht. Ab der 53. Minute hatten die Gäste sogar nicht einmal mehr zwei komplette Blöcke zur Verfügung, denn nach einer Rauferei erhielt Phillip Messing ebenso eine Spieldauer-Strafe, wie der mit zwei zusätzlichen Minuten bestrafte Verursacher Denis Shevyrin auf Kasseler Seite. Doch immerhin: Die folgende Überzahl nutzten die Landshuter zum Anschlusstreffer.

Somit fügte sich auch diese außergewöhnliche Partie in den deutlichen Trend der Liga zu knappen Ergebnissen ein. Einzige Ausnahme war diesmal der 7:1-Sieg des EC Bad Nauheim gegen Heilbronn, bei dem die Gastgeber im zweiten Drittel bei nur acht Torschüssen fünf Treffer erzielten. Die Falken als Tabellenletzter zeigten sich nach dem Debakel aber nicht verunsichert, sondern ließen zwei Tage später bei den Eispiraten Crimmitschau mit 4:3 ihren ersten Saisonsieg innerhalb der regulären Spielzeit folgen. Für die Gastgeber bedeutete das gleichzeitig die vierte Niederlage in Folge.