Debüt im Nationaltrikot Oliver Popp holt WM-Bronze

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Erstmals im Nationaltrikot: Vor allem mit seiner starken Laufleistung verdiente sich Oliver Popp die WM-Bronzemedaille. Foto: red

Oliver Popp hat über 150 Ausdauer-Wettkämpfe bestritten, aber kaum einen fand er so hart wie den Powerman-Duathlon über 190 Kilometer in der Schweiz. Aber gelohnt hat es sich: Beim ersten Auftritt im Nationaltrikot holte der Bayreuther gleich eine Medaille.

Marathonläufe in de Sahara, in der Arktis oder in einem Bergwerk unter Tage – Oliver Popp hat sich schon an einige außergewöhnliche Herausforderungen herangewagt. „Doch das war einer der härtesten Wettkämpfe, die ich je absolviert habe“, sagt der Bayreuther von der Malicrew nach seiner Teilnahme am Powerman-Duathlon in Zofingen (Schweiz), der Weltmeisterschaft für die Altersklassen-Athleten auf der Langdistanz dieser Sportart mit zwei Läufen über zehn und 30 Kilometer sowie dazwischen einer Radstrecke über 150 km. Popp (Jahrgang 1965) trat dort erstmals als offizieller Vertreter der Deutschen Triathlon-Union (DTU) im Nationaltrikot an und übertraf am Ende mit dem Gewinn der Bronzemedaille in der Altersklasse M55 alle Erwartungen.

Die Veranstalter der Powerman-WM bezeichnen ihren traditionsreichen Wettbewerb mit einer über 30-jährigen Geschichte als „berühmtesten Duathlon der Welt“. Tatsächlich ist er die unangefochtene Nummer eins im Wettkampfkalender der Weltelite, die ihren Sport nicht als „Triathlon für Nichtschwimmer“ begreift, sondern als eigenständige Sportart mit eigenen Anforderungen. Zu den Besonderheiten gehört der relativ kurze erste Lauf, der trotz der danach noch folgenden Strapazen von den Athleten mit Ambitionen auf einen Spitzenplatz mit hohem Tempo gelaufen werden muss. Einen höheren Stellenwert als in Deutschland hat Duathlon in Frankreich, Italien , der Schweiz, Großbritannien, USA oder Australien, was sich auch an der Zusammensetzung des WM-Feldes widerspiegelt.

Der Powerman in Zofingen ist zudem berüchtigt für das Streckenprofil. Auf den ersten zehn Laufkilometern sind 219 Höhenmeter zu bewältigen, auf dem Radkurs dann knapp 1800, und zum Abschluss wartet ein 30-km-Lauf mit extremen Anstiegen und insgesamt 600 Höhenmetern, überwiegend auf Schotter-Untergrund.

Immerhin hatten die Teilnehmenden diesmal Glück mit dem Wetter. Nachdem im Vorjahr bei Dauerregen und einstelligen Temperaturen 40 Prozent der Starter den Wettkampf aufgegeben hatten, waren die äußeren Bedingungen diesmal perfekt – trocken, sonnig, Temperaturen um 20 Grad.

Popp bewältige die Aufgabe in 8:19:22,5 Stunden. Die ersten zehn Kilometer hatte er in 35:02,2 Minuten hinter sich gebracht und stieg damit als Führender seiner Altersklasse auf das Rad. Der zweitplatzierte Christopher Doyle aus Luxemburg lag knapp 50 Sekunden zurück. Auf den 150 Rad-Kilometern fiel der Bayreuther mit seiner Zeit von 4:59:15,4 Stunden aber auf den vierten Platz zurück, und sein Rückstand zum nun führenden Briten Kevin Bexley betrug schon mehr als eine halbe Stunde. Dahinter blieb es aber knapp. Popp hatte beim zweiten Lauf schnell den dritten Platz erobert und hielt den Anschluss an Doyle, der im Ziel mit achteinhalb Minuten Vorsprung die Silbermedaille gewann. Bronze für Popp war aber ungefährdet, denn er ließ den Schweizer Sami Alfassi auf dem vierten Platz um 36 Minuten hinter sich.

Die Gesamtwertung gewann der Franzose Matthieu Bourgeois in 6:03:57,8 Stunden knapp vor Fabian Holbach aus Frankfurt, der 26,4 Sekunden zurücklag. Für das hohe Leistungsniveau spricht der elfte Platz des Triathlon-Profis Jens Frommhold (Berlin) mit einem Rückstand von 33 Minuten. Schnellste Frau war die Schweizerin Melanie Maurer in 6:47:49 Stunden.

 

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