Schloss Freienfels Für Sanierung geht langsam das Geld aus

Im Westen (links) fast alles erledigt – im Osten (rechts) noch nicht begonnen: Sie haben jede Menge Eigenleistung in die Sanierung von Schloss Freienfels gesteckt – aber so langsam geht Dominik Weiss und Stephanie Badenheuer, hier an der Schnittstelle der beiden Gebäudeflügel, das Geld aus. Ihr Ziel bleibt dennoch: Bis Ende des Jahres soll das Projekt abgeschlossen sein, um 2023 dann richtig durchstarten zu können. Foto: Stefan Brand

Es ist ein höchst ambitioniertes Projekt, das Stephanie Badenheuer und ihr Mann Dominik Weiss angepackt haben. So ambitioniert wie das Gebäude, um das es geht, groß ist – Schloss Freienfels. Sie wollen die 300 Jahre alte Anlage sanieren, haben damit im März 2021 begonnen. Was anfangs nach Plan lief, gestaltet sich aktuell schwierig. Das Geld droht auszugehen, im schlimmsten Fall wäre ein Baustopp die Folge.

Das hat mit den stetig steigenden Baupreisen zu tun. Auch mit zwei haarigen Stellen am Dachstuhl, deren Restaurierung „eigentliche eine eigene Baustelle in der Großbaustelle war“, sagt Stephanie Badenheuer. Sie und ihr Mann sind dankbar. Den Denkmalschützern, dem Freistaat, der Oberfrankenstiftung. All diese Stellen machten Fördermittel locker. In beträchtlicher Höhe. Doch diese waren für das gesamte Vorhaben ge- und berechnet. Jetzt sind diese Zuschüsse nahezu erschöpft, jedoch erst der Westflügel und der Zentralbau hergerichtet. Zumindest weitgehend, noch wird am Dach fleißig gewerkelt.

Tolle Handwerkertruppe

Und zwar von einer Handwerkertruppe, für die Badenheuer jede Menge Lob übrig hat: „Das ist eine eingespielte, eine tolle Truppe. Die arbeiten hervorragend, machen auch mal Überstunden, wenn es sein muss.“

Ein Baustopp hätte fatale Folgen, ergänzt ihr Mann. Weil man dann neu ausschreiben müsste „und ja nicht weiß, ob man dann dieselben Firmen wieder bekommt“. Ganz abgesehen davon, dass die Zimmerer und ihre Kollegen sich eine eine eigene Logistik eingerichtet, quasi ein Quartier im Dachgeschoss bezogen haben. All das müsste dann wieder entfernt werden, obwohl die Sanierung noch längst nicht abgeschlossen ist.

Aktuell gilt das Prinzip Hoffnung

Stichwort Ostflügel. Der harrt noch seiner Auffrischung. Und damit rund ein Drittel der Gesamtmaßnahme. Ein Abbruch der Arbeiten würde nicht unerhebliche Kosten verursachen, sagt Weiss: „Da müsste gesichert und mit Blechen abgedeckt werden, das ist schon ein enormer Aufwand.“

Ein halb fertiges neues Schloss? Das kann, das darf nicht sein, sagen die beiden und setzen auf das Prinzip Hoffnung. „Es wäre schon schwierig für alle, die Baustelle zunächst auf diese Weise zu beenden“, setzt Badenheuer auf das Entgegenkommen der Zuschussgeber. Anträge für eine finanzielle Nachbesserung sind schon gestellt. Durchaus in dem Wissen, „dass im Moment zahlreiche Sanierungen denkmalgeschützter Gebäude flächendeckend auf der Kippe stehen“.

Weit mehr als ein privater Wohnsitz

Andererseits drehe es sich ja nicht um den privaten Wohnsitz für ihre Familie. Sondern um ein Gebäude, das künftig dauerhaft öffentlich genutzt werden soll. Nicht nur mit einer Standesamtfiliale und für Hochzeitsfeiern. Sondern für regelmäßige Führungen, für Kleinkunst und andere kulturelle Veranstaltungen. So ist ein Kinder-Kultur-Sommer in Planung. „Wir bewohnen nur eine Etage, mehr wäre ja auch gar nicht machbar“, sagt Badenheuer.

Zurück zum ursprünglichen Zeitplan. Der sah vor, innerhalb eines Jahres alles abgeschlossen zu haben. Jetzt, sagt Stephanie Badenheuer, „müssen wir froh sein, wenn wir das bis Ende 2022 hinkriegen, um dann im neuen Jahr endlich mit unseren Programmen loslegen zu können“.

Es muss Kirchenbiber sein

Zurück zum Westflügel. Da muss das Dach noch vollendet werden. Die Ziegel sind da – übrigens auch schon für den Ostflügel „gesichert“. Keine normalen Ziegel. Sondern solche der Marke Kirchenbiber. Die sind dicker, halten auch wesentlich länger. Das Mehrgewicht macht dem Dachstuhl nichts aus, auch nicht dort, wo das alte Holz Bestand hat. Denn: „Heute wird alles auf den Zentimeter genau kalkuliert, was ein Balken aushalten muss, früher war das nicht möglich, da baute man buchstäblich auf Erfahrung.“

Spenden? – Aber gerne doch

Was fehlt jetzt genau? Nun, ein stattlicher sechsstelliger Betrag. Das Schlossbesitzerehepaar muss natürlich auch Eigenmittel beisteuern, um an Zuschüsse zu kommen. Das habe man geleistet, sagen beide. Mit dem Holz aus dem eigenen Wald, mit jeder Menge Eigenleistung, auch körperlicher. Doch irgendwann komme man eben an seine Grenzen.

Da wäre es natürlich hilfreich, wenn sich private Geldgeber fänden, die das Projekt unterstützen. Das kommt gar nicht so selten vor, wurde ihnen jetzt von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bestätigt. Dort gibt es auch ein Spendenkonto. Näheres dazu lässt sich in den nächsten Tagen auf der Internet- wie der Facebook-Seite von Schloss Freienfels finden.

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