Das Problem mit der Frankenfahne

Sanspareil ist Außenstelle der Landesgartenschau. Der Wonseeser Ortsteil hat geschafft, was in Bayreuth unmöglich scheint. Die Frankenfahne weht weithin sichtbar an der Burg Zwernitz.

Joachim Kalb, Vorsitzender des Fränkischen Bundes, ist zufrieden: "Sie brauchen nur über unsere Dörfer zu fahren. Überall sehen sie, in den kleinsten Orten, die Frankenfahne." Ob beim Radfahrer im Kleinziegenfeldertal oder auf dem Staffelberg: der Fränkische Rechen taucht überall auf. "Es ist erlaubt, ihn zu hissen, dass haben wir im Landtag durchgesetzt", sagt Kalb.

Nur bei staatlichen Gebäuden ist das so eine Sache. Die Burg Zwernitz befindet sich in Staatseigentum und nicht in privater Hand. Doch hier half, wie berichtet, anscheinend Heimatminister Markus Söder nach. Sabine Welß, die das Hissen des Fränkischen Rechens auf der Burg angeregt hatte, sagt stolz: "Da freut sich doch die fränkische Seele."

Wie aus einer E-Mail hervorgeht, findet ihr Einsatz für die Frankenfahne in Bayreuth keine positive Resonanz. Sabine Welß wünschte sich, dass der Fränkische Rechen an den Eingängen zur Landesgartenschau flattern soll. Von dort erhielt eine Absage mit der Begründung, die Frankenfahne sei keine "offizielle Fahne". In der Mail an Sabine Welß heißt es: "Leider sind uns die Hände gebunden und wir können an den Eingängen nur die offiziellen Fahnen aufhängen. Die Frankenfahne befindet sich jedoch am Beitrag von Stadt und Land Bayreuth am Mainauenhof und ist von der Eremitage aus gut zu sehen." Die Mitstreiterin des Fränkischen Bundes setzt nun abermals auf Söder: Die Gartenschau finde in Franken statt und dazu gehöre die Frankenfahne. Man darf auf die Antwort gespannt sein.

Übrigens: Die Frankenfahne besteht immer aus zwei gleichbreiten Längsstreifen, oben rot und unten weiß (silber). In der Mitte prangt der Wappen, zu dessen Heraldik Kalb sagt: "Der fränkische Rechen soll bereits nach der Eroberung der Stadt Köln durch die Franken als Hoheitszeichen aufgetaucht sein." Die Zacken symbolisieren vermutlich drei Speerspitzen. Das Herzogtum Ostfranken benutzte den fränkischen Rechen als Wappen. Das Hochstift Würzburg und der Fürstbischof verwendeten es zwischen 1168 und 1803, denn der geistliche galt auch als weltlicher Herrscher.

Da ist es dann vielleicht nur konsequent, dass Würzburg auf der Veste Marienberg ein Museum für Fränkische Geschichte bekommen soll.

 

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