Das Egertal in Weißenstadt Auch ohne Stern spitze

Die Aufnahme in die 500 besten Gourmet-Adressen ist für die Macher des Restaurants dieses Jahr etwas Besonderes.

Theo, Angelina und Theodor Rupprecht (von links) freuen sich über die Auszeichnung als eine von 500 Gourmet-Adressen in Deutschland. Foto: Sophia Goldner

Die Experten der Zeitschrift „Der Feinschmecker“ haben vor Wochen entschieden: In ihrem Restaurant-Guide listen sie die 500 besten Gourmet-Adressen Deutschlands auf. Und wie schon so häufig hat es auch das Gasthaus Egertal in Weißenstadt in das Heft geschafft.

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Für Patron Theodor Rupprecht, Chefkoch Theo Rupprecht und Sommelière Angelina Rupprecht ist die Auszeichnung in diesem Jahr dennoch etwas ganz Besonderes: „Trotz der Umstellung auf eine andere Karte ist es uns gelungen, unseren Standard und das Niveau weiter auszubauen“, sagt Theodor Rupprecht stolz.

Bis vor einiger Zeit war das familiengeführte Egertal sowohl Gasthaus als auch Bistro. Durch die Umstellung der Karte wollen sich die Rupprechts ganz auf den Gasthaus-Bereich fokussieren. Statt einfacher Gerichte als Ergänzung sind ausschließlich erstklassige Speisen angesagt. Das zeigt sich auch bei einem Blick auf die neue Speisekarte: Neben vielen anderen Köstlichkeiten sind dort eine Fischsuppe mit Pernod, Trüffel-Ravioli und ein Rinderfilet aufgeführt. Geschmacklich trifft hier also die moderne Regionalküche auf die französische.

Ziele für das nächste Jahr

Ob die Entscheidung für eine Gasthaus-Karte wohl Einfluss auf die Bewertung im Restaurant-Guide hatte? „Wir haben wieder zweieinhalb erreicht“, erklärt Küchenchef Theo Rupprecht. „Unser Ziel für das nächste Jahr sind die zweieinhalb Feinschmecker-Punkte zu halten – oder drei“, ergänzt er. Feinschmecker-Punkte, kurz „F“ gibt es maximal fünf. Wobei es laut Theo Rupprecht für sein Gasthaus schwer ist, alle fünf zu erreichen. Sein Onkel Theodor Rupprecht bringt es auf den Punkt: „Wir legen großen Wert auf ehrliche Gastronomie mit Nähe zum Gast.“ Ähnlich beschreibt der „Feinschmecker“ das Egertal: „Sympathischer Familienbetrieb für unkomplizierten Genuss.“

Die Herzlichkeit der Familie Rupprecht fällt bei einem Besuch im Gasthaus Egertal sofort auf: Obwohl alle Mitarbeiter schwer mit den Vorbereitungen für den Abend beschäftigt sind, nimmt sich Theodor Rupprecht ausreichend Zeit für die Gäste, die schon da sind. Er erkundigt sich nach dem Wohlbefinden, plaudert ein wenig und lädt die Besucher sogar in die Küche ein. „Wir haben keine Geheimnisse. Der Gast darf sehen, was gemacht wird“, erklärt Theodor Rupprecht auf Nachfrage.

Bundesweite Kulinarik-Elite

Gerade die Freundlichkeit der Familie Rupprecht ist für viele ihrer Gäste Grund, das Gasthaus Egertal trotz des gehobeneren Preises regelmäßig zu besuchen. Die meisten freuen sich für die Rupprechts, dass sie ihren Familienbetrieb zur bundesweiten Kulinarik-Elite zählen dürfen. Theodor Rupprecht sagt schmunzelnd: „Die uns mögen, freuen sich mit uns, die uns nicht mögen, denen gönne ich es.“

Vor den allgemeinen Herausforderungen der Gastronomie stehen auch die Betreiber des Gasthauses Egertal. Vor allem die Inflation bereitet der Familie Sorgen. „Wir wissen nicht, was morgen ist – wie wir das alles überstehen“, sagt Theodor Rupprecht. Um sich über Wasser zu halten, haben sie die Preise erhöht. „Es fällt uns schwer, die Preise an die Inflation anzupassen, weil wir unsere Gäste auch verstehen“, erklärt Theodor Rupprecht. „Aber wer in der heutigen Zeit zu günstig verkauft, hat schon verloren.“ Für die Rupprechts ist die Qualität ihrer Speisen das wichtigste, weshalb sie daran keine Abstriche machen wollen. „Unser Essen schmeckt nach dem, was es ist“, so der Chefkoch. Auch vom Fachkräftemangel ist das Gasthaus Egertal betroffen. „Aktuell sind wir in der Küche zu dritt. Normalerweise waren wir zu sechst.“ Gibt es dafür eine Lösung? „Wir versuchen, die Personalnot durch Einsatz zu überbrücken. Das ist aber nicht immer leicht“, sagt Theodor Rupprecht.

Doch der Eintrag in den Restaurant-Guide gibt den Rupprechts Hoffnung. Darin heißt es: „Wer abends weggehen, gut essen, sich gut unterhalten und danach glücklich ins Bett fallen will, ist im Gasthaus Egertal an der richtigen Adresse.“