Daniel Frost vom Bayerischen Geoinsitut gehört zu den zehn neuen Leibnizpreisträgern Deutscher Nobelpreis geht nach Bayreuth

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Prof. Dan Frost ist Leibnizpreisträger des Jahres 2016. Foto: red Foto: red

Forscher nennen den Leibniz-Preis den deutschen Nobelpreis. Daniel Frost,  Professor am Bayerischen Geoinstitut der Universität Bayreuth, ist einer von zehn Leibnizpreisträgern des Jahres 2016, die die Deutsche Forschungsgemeinschaft am Donnerstag in Bonn bekannt gegeben hat. Frost bekommt den Preis für seine herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der experimentellen Petrologie.

Frost erforscht die Entstehung, den Aufbau und die Entwicklung von Planeten mit Experimenten bei extrem hohen Drücken und Temperaturen. Sein Hauptinteresse gilt dem Erdmantel und dessen Oxidationsgrad, der den gesamten Wasser- und Kohlenstoffkreislauf der Erde sowie die Bildung ihres metallischen Kerns beeinflusst.  Frost hat mit seiner Arbeit gezeigt, dass im oberen Teil des Erdmantels große Wassermengen vorhanden sein müssen. "Mit diesen Arbeiten, aber auch seinen Forschungen zur Bildung des Erdkerns, hat der 45-jährige Forscher das Wissen über den Aufbau der Erde und ihre Entwicklung über die Zeit deutlich erweitert", heißt es in der Würdigung der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

London und Bristol waren die Stationen von Daniel Frosts Chemie- und Geologie-Studium bis zur Promotion 1995, an die sich ein zweijähriges Postdoktorat in den USA anschloss. Seit 1997 forscht und lehrt Frost an der Universität Bayreuth, an der er seit 2012 Professor für Experimentelle Geowissenschaften ist. Sein Labor am  Bayerischen Geoinstitut ist vor allem für Nachwuchswwissenschaftler weltweit ein begehrtes Ziel.

Mit dem Leibnizpreis will die Deutsche Forschungsgemeinschaft  Arbeitsbedingungen herausragender  Wissenschaftler verbessern und ihre Forschungsmöglichkeiten erweitern, sie von Verwaltung zu entlasten und ihnen die Zusammenarbeit mit Nachwuchswissenschaftler zu ermöglichen. Dafür kann ihnen die  Forschungsgemeinschaft für einen Zeitraum von bis zu sieben Jahren ein Preisgeld von bis zu 2,5 Millionen Euro zugesprechen. Die Wissenschaftler sollen die weitestgehenden Freiheiten bekommen, die bei der Verwendung von öffentlichen Mitteln möglich sind.

Neben Dan Frost kommen zwei weitere der insgesamt  zehn neuen Preisträgern aus Bayern: Informatiker Prof. Daniel Cremers von der Technischen Universität München und  Philosoph Prof. Dag Nikolaus-Hasse von der Uni Würzburg. "Mich freut, dass Wissenschaftler aus verschiedenen Regionen Bayerns und von Universitäten mit unterschiedlicher Ausrichtung und Tradition  ausgezeichnet wurden. Das bestätigt die  Leistungsfähigkeit der bayerischen Wissenschaftslandschaft", sagte Bayerns Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle.

Frost war am Donnerstag nicht erreichbar. Schon 2009 hatte er eine bedeutende Anerkennung bekommen. Der Europäische Forschungsrat unterstützt seine Arbeit für die Dauer von fünf Jahren mit zwei Millionen Euro. fs

 

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