Dafür klaut er in Laineck junge Obstbäume Rotmain-Aue ist biberfrei

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Er nagt. An Weiden am Ufer des Mains. Und wenn er mehr machen würde als nur nagen, beispielsweise am Main wohnen, wäre das für die Landesgartenschau 2016 nicht so ganz einfach. Denn dann müsste man bei den Bauarbeiten Rücksicht nehmen auf den Biber – schließlich ist er streng geschützt. Doch der Biber-Manager für Nordbayern, Horst Schwemmer, kann Entwarnung geben. Er kommt nur zum Fressen. Dafür ist er ein paar Hundert Meter weiter richtig frech.

Flussmeister Ludwig Schmidt hat ganz leichte Sorgenfalten auf der Stirn. Denn er hat beim Abwandern des Ufers am Roten Main etwas entdeckt, was aussieht wie der Zugang zu einer Biberburg aussieht. Im Umweltamt der Stadt wolle man auf jeden Fall die Möglichkeit ausschließen, dass der Biber auf dem künftigen Gartenschau-Gelände wohnt, sagt Schmidt. Deshalb ist Horst Schwemmer am Montag nach Bayreuth gekommen. Schwemmer, Umweltingenieur und Biber-Manager des Bundes Naturschutz (BN) für Nordbayern, will mit Flussmeister Schmidt vom Wasser aus nach Biberbauten suchen. „Vor einem Vierteljahr war ich schon einmal da und bin das Ufer abgegangen. Damals hatte ich keine Bauten entdeckt“, sagt er. Erdbauten statt der charakteristischen Burgen aus Gehölzen seien zwar durchaus denkbar am Roten Main. „Die Wahrscheinlichkeit aber ist nicht besonders hoch, weil der Main ja Schwankungen im Wasserspiegel von rund zwei Metern hat“, sagt der Biber-Manager, dessen Arbeit vom bayerischen Naturschutzfonds gefördert wird.

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Rutschbahnen zu sehen

Vor allem am flussaufwärts gesehen rechten Ufer hat der Biber an vielen Bäumen seine Spuren hinterlassen: Großflächig ist die Rinde von den Weiden gehobelt. An mehreren Stellen sind in der Böschung „Rutschbahnen zu sehen, die er öfter zu nutzen scheint“, sagt Schwemmer.

Vom Schlauchboot aus gibt Schwemmer an der Stelle Entwarnung, die Flussmeister Schmidt besonders Bedenken bereitet hatte: Der vermeintliche Zugang zu einem Bau erweist sich als „Fressplatz. Dort scheint er öfter zu sitzen – geschützt in einer Nische – und zu fressen. Danach dürfte er sich aber wieder zurückziehen. Einen Bau können wir hier nicht finden“, sagt Schwemmer. Weiter flussaufwärts, wo er noch mehr seine Ruhe hat als in der Aue des Roten Mains, die jetzt für die Gartenschau vorbereitet und umgebaut wird, dort dürfte er seine Unterkunft haben, sagen Schmidt und Schwemmer. „In der Eremitage ist er am Main seit einiger Zeit sehr aktiv“, sagt Schmidt.

Pfirsichbaum abgenagt

Und ganz offensichtlich auch an der Steinach. Dort ist der Biber nicht zimperlich – er kommt auf die Grundstücke. Er scheint zu wissen, was gut schmeckt: „Vor einiger Zeit bin ich runter in meinen Garten und denke, ich sehe nicht recht“, sagt Helmut Hertel, der an der Steinach in Laineck wohnt. „Einer unserer Pfirsichbäume war abgenagt – und verschwunden. Ein schöner Baum, der gerade das erste Mal geblüht und Früchte getragen hatte.“ Schnell war klar: der Biber war da. „Den hat er komplett ins Wasser geschleppt. Von den Apfelbäumen, die mein Vater 1954 gepflanzt hat, hat er die Rinde abgenagt.“

Gegenüber, auf der anderen Seite der Steinach, fehle „ab und an auch mal etwas von den Weiden“, sagt Hertels Frau Verena. Sie hat den Biber auch schon auf frischer Tat ertappt. „Im Sommer hat er an den Weiden genascht, ist dann aber schnell abgetaucht“, sagt sie. Und sie fügt an: „Ich hoffe, er lässt jetzt wenigstens den zweiten Pfirsichbaum in Ruhe.“