Dass es keiner der drei Kandidaten auf Anhieb auf den Bürgermeistersessel schaffen würde, zeichnete sich bereits im Vorfeld der Bürgermeisterwahlen ab. Doch der CSU-Kandidat Robert Bosch erwies sich mit einem Endergebnis von 43,19 Prozent als klarer Stimmenkönig.
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Um Punkt 19.09 Uhr riss der CSU-Kandidat Robert Bosch im TSC-Sportheim die Arme hoch. Mit 43,19 Prozent und 1586 Stimmen war er der Stimmenkönig. „Ich freue mich über das Ergebnis. Das ist ein großer Schritt Richtung Rathaus“, jubelte der CSU-Kandidat. Nicht nur seine Sportfreunde sind ins TSC-Heim gekommen und feierten mit ihrem Hoffnungsträger, auch die CSU-Familie ist gekommen: mit der Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner, dem Landtagsabgeordneten Martin Schöffel und Oberbürgermeister Henry Schramm. „Aber jetzt muss man klug vorgehen“, warnte der Kulmbacher Oberbürgermeister den potenziellen Mainleuser Nachfolger vor zu viel Euphorie. Doch als Bediensteter der Bundeswehr ist Bosch ohnehin vor überschäumenden Gefühlen gefeilt. „Wir versuchen jetzt in den nächsten zwei Wochen die Menschen, die mich noch nicht gewählt haben, abzuholen“, sagt er. Wie das funktioniert, wird er sich noch überlegen. „Aber ich habe das Ergebnis gefühlt. Heute möchte ich einfach einen schönen Abend mit meinen Freunden erleben und dann werde ich wieder aktiv“, sagte Bosch.
Schon von Beginn der Auszählung an hatte sich Bosch klar von den anderen beiden Kandidaten abgesetzt. Nach dem ersten Stimmbezirk – Proß – lag Bosch sogar bei 48,62 Prozent.
Bei den beiden anderen Kandidaten war das Verhältnis nicht so eindeutig. Ständig wechselte die Reihenfolge. Der Freie-Wähler-Kandidat verfolgte den Wahlkrimi im Rathaus. Bis zur Auszählung des 10. Stimmbezirkes lag Stenglein bei 31,38 Prozent, Karg bei 28,96 Prozent. Nach der Auszählung des 13. Wahlbezirkes lag Karg mit 28,89 Prozent und 899 Stimmen knapp vor Stenglein – Stenglein vereinte 894 Stimmen und 28,73 Prozent auf sich. Dann stand noch die Auszählung des Briefwahlbezirkes II, des südlichen Gemeindegebietes Mainleus, aus.
„Ich bin sehr glücklich. Ja, ich fühle mich heute einfach nur gut“, jubelte schließlich Jürgen Karg. Denn er konnte seinen Vorsprung ausbauen – und lag schließlich exakt 96 Stimmen vor dem Freie-Wähler-Kandidaten. „Heute wird gefeiert“, jubelte Karg in Willmersreuth in der Hähnchenwirtschaft „Zur Linde“. „Aber ich bin jetzt hochmotiviert. Noch ist nichts verloren. Ich muss jetzt die Freien Wähler überzeugen, dass sie – wenn sie einen Handwerker wollen jetzt mich wählen müssen“, sagte Karg. „Ich kämpfe jedenfalls weiter. Aber eins ist mir wichtig: immer fair bleiben – das ist mein oberstes Ziel“, versicherte Karg. Geholfen bei dem Ergebnis hat Jürgen Karg übrigens die Wahlbeteiligung. Denn in Willmersreuth lag die Wahlbeteiligung bei 73,17 Prozent – und Jürgen Karg konnte 55,84 Stimmen in Willmersreuth auf sich vereinen.
Günther Stenglein nahm das Ergebnis gelassen hin. „Es hat Spaß gemacht, meine Familie stand dahinter“, sagte Stenglein.