CSU-Fraktionsklausur 912 Hightech-Studienplätze für Bayreuth

Foto: Lino Mirgeler/dpa

KLOSTER SEEON/BAYREUTH. Oberfranken wird von der zweiten Stufe der Behördenverlagerung stark profitieren. Im Rahmen der "High-Tech-Agenda" sollen zudem bis 2023 allein an der Universität Bayreuth 912 neue Studienplätze in den Bereichen Informatik und Hochtechnologie entstehen.

Ministerpräsident Markus Söder verkündete am Mittwoch bei der Klausur der CSU-Landtagsfraktion in Kloster Seeon, der Freistaat werde in Hof bis zum Jahr 2030 ein zentrales Beschaffungsamt für die Polizei einrichten. Damit ist die Schaffung von 300 Arbeitsplätzen verbunden. Die zweite Stufe der Behördenverlagerungen aus München umfasst insgesamt 3000 Stellen.

Nach Kronach wird die komplette Ausbildung für den Nachwuchs in der bayerischen Finanzverwaltung aus dem oberbayerischen Herrsching verlegt. Die bisherige Außenstelle der Finanzakademie wird dazu von bislang 200 auf 600 Ausbildungsplätze erweitert. 70 zusätzliche Beschäftigte werden dafür gebraucht. In die nördliche Oberpfalz, voraussichtlich nach Weiden, kommt zudem eine neue Außenstelle des Landesamtes für Finanzen mit ebenfalls 300 Beschäftigten.

Im Rahmen der "High-Tech-Agenda" sollen in Oberfranken bis 2023 zudem fast 2000 neue Studienplätze in den Bereichen Informatik und Hochtechnologie entstehen, allein 912 an der Universität Bayreuth. Profitieren werden auch die Hochschulstandorte Bamberg (388), Kulmbach (300), Kronach (277), Coburg (54) sowie Münchberg/Selb (54). Bayernweit sollen 13.250 neue Studienplätze entstehen.

Nach Angaben Söders sollen die bisher auf München und andere Standorte verteilte Beschaffung von Polizeikleidung, -ausrüstung und -fahrzeugen in einer Dienststelle zusammengefasst werden. Einen konkreten Standort für das Amt in Hof gibt es noch nicht.

In dem Konzept "Regionalisierung von Verwaltung - Behördenverlagerungen" sind für Oberfranken insgesamt 13 Projekte mit knapp 1000 Personen vorgesehen. Die Anzahl teilt sich auf in 418 Arbeitsplätze und etwa 500 Studienplätze.

Zehn der 13 Projekte in Oberfranken wurden bereits umgesetzt. Dazu zählen:

  • Bad Steben: Zentrum Staatsbäder, Immobilien Freistaat Bayern
  • Hof: Bayerisches Naturflächenmanagement, Gesteinssammlung, Landesamt für Umwelt
  • Hof: Förderstützpunkt der LfA Förderbank Bayern
  • Hof: Geodaten-Gewinnung Bayern, Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung
  • Kulmbach: Kompetenzzentrum für Ernährung, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
  • Kulmbach: Kompetenzzentrum Strahlenschutz, Landesamt für Umwelt
  • Marktredwitz: Kompetenzzentrum Förderprogramme, Landesanstalt für Landwirtschaft
  • Marktredwitz: Servicezentrum eGovernment BayernServer, Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung
  • Münchberg: Grünes Zentrum
  • Wunsiedel: BayernLab - regionales IT-Zentrum

Geplant sind außerdem der Neubau der JVA Marktredwitz (mit 186 Arbeitsplätzen) sowie jeweils ein Neubau für die Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern in Kronach (Fachbereich Finanzwesen) und Pegnitz (Fachbereich Rechtspflege).

Für Aufsehen sorgte Söder mit seiner Ankündigung, die Landeshauptstadt München zum achten bayerischen Regierungsbezirk machen zu wollen. Die besonderen Herausforderungen der wachsenden Großstadt beim Wohnungsbau oder der Schulentwicklung seien von der für Eichstätt bis Bayerisch Gmain zuständigen Bezirksregierung nicht mehr hinreichend effizient zu schultern. Im einem Regierungsbezirk München, der nur die Stadt, aber nicht die umliegenden Landkreise umfassen soll, sieht Söder eine Stärkung der Metropole. Einzelheiten soll nun eine "Denkkommission" unter der Leitung von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) erarbeiten. Als Umsetzungsziel nannte Söder das Jahr 2025.

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