CSU beantragt ländliche Wege zu verbreitern CSU will breite Wege

Von Ulrike Sommerer

Am Ende geht es nur auf breiten Wegen. Der Verbraucher will eine schöne Landschaft mit bewirtschafteten Feldern und Wiesen und billige Lebensmittel. Um die produzieren und selbst noch davon leben zu können, setzen Landwirte auf immer größere Maschinen um in kürzerer Zeit immer mehr Fläche bearbeiten zu können. Die breiten Maschinen aber passen immer schlechter auf die Wege. Und jetzt kommt die CSU ins Spiel.

Gerhard Löwinger (rechts) und Adam Nüssel sind die Vorsitzenden des Wegepflegeverbands in Rimlas. Zusammen mit weiteren Bauern und finanzieller Unterstützung durch die Stadt Bad Berneck kümmern sie sich darum, dass die Wege rund um den Ort in Ordnung sind. Die CSU hat im Bad Bernecker Stadtrat nun den Antrag gestellt, dass Wege verbreitert werden, damit sie der modernen Landwirtschaft Rechnung tragen. Foto: Ulrike Sommerer Foto: red

Die nämlich, namentlich die CSU-Stadträte im Bad Bernecker Stadtrat, haben jetzt beantragt, ländliche Kernwege (so der Begriff, den die Stadträte aber noch genauer definiert wissen wollen), auszubauen. Im Antrag heißt es: Das Wegenetz rund um die Stadt sei größtenteils 30 bis 40 Jahre alt. Es wurde zu einer Zeit gebaut, als landwirtschaftliche Maschinen noch wesentlich kleiner waren. Die Wege passen also nicht mehr zur Landwirtschaft. Sie sind zu eng. Sie halten oft auch die Last der Maschinen nicht aus.

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Gerhard Löwinger und Adam Nüssel bestätigen das. Die beiden Rimlaser Landwirte sind Vorsitzende im Wegepflegeverband. Dieser Verband, eine Vereinigung aus knapp 20 Landwirten, hält die Wege in Schuss. Sie mähen Straßenränder, putzen Gräben aus, schottern, schneiden Bäume aus. Nur die Breite anpassen, das können sie eben nicht. Die Wege sind meist drei Meter breit, Maschinen, vor allem Mähdrescher, inzwischen meist breiter. "Das Problem", sagt Nüssel, "sind dann die geteerten Wege". Denn wenn man auf diesem am Rand fahren müsse, bröckle der mit der Zeit immer weiter ab. "Wenn man diesen ländlichen Raum wie wir ihn haben erhalten will, braucht man uns Bauern", sagt Löwinger. "Und wir brauchen ein vernünftiges Wegenetz."

Die CSU zielt mit ihrem Antrag nicht nur auf die Landwirtschaft ab. Auch für den Tourismus oder für Pendler wären solche Wege wichtig.

Um Wege auszubauen, gibt es Zuschüsse. Arbeiten dann mehrere Kommunen zusammen, könne der Fördersatz, so Stadtrat Hans Kreutzer, bis zu 80 Prozent betragen. Eine Zusammenarbeit wäre mit Goldkronach oder Marktschorgast denkbar, sagte Bürgermeister Jürgen Zinnert in der Stadtratssitzung.Würde man den Ausbau der Wege angehen, könnten diese - inklusive Graben - bis zu sieben Meter breit werden.

Und wie geht es jetzt weiter? Zinnert will sich dafür einsetzen, den Antrag in der nächsten Sitzung der Integrierten ländlichen Entwicklung auf die Tagesordnung zu bekommen, um abzuklären, ob interkommunale Zusammenarbeit möglich wäre.