Creußener mit Bundeswehr in Estland

Von

Tobias Tepper wollte schon immer Technik sehen, an Fliegern schrauben. Darum entschied sich der 31-Jährige, der in Althaidhof bei Creußen aufgewachsen ist, für eine Laufbahn bei der Bundeswehr. Im September war er jetzt zu einem Auslandseinsatz in Tallinn, Estland. Im Dezember geht er noch mal dort hin - und immer wieder kommt er nach Creußen, um seinen Vater zu besuchen.

Tobias Tepper war als Oberfeldwebel der Luftwaffe bei einem Auslandseinsatz in Estland. Foto: Bundeswehr Foto: red

Bis 1997 lebte Tobias Tepper in Althaidhof. Dann zog er nach Fürth, machte 2001 dort seinen Qualifizierenden Hauptschulabschluss. Im Anschluss stand die Wehrpflicht an, die absolvierte er im niederbayerischen Regen, beim Heer. „Danach wollte ich bei der Bundeswehr in einem technischen Beruf weitermachen“, erzählt Tepper. Er sah dort gute Chancen, um in seinem Berufswunsch weiterzukommen. Also verpflichtete er sich auf zwölf Jahre. Das war 2008.

Nach der Werbung weiterlesen

Meisterprüfung absolviert

In den nächsten drei Jahren absolvierte er eine Ausbildung zum Fluggerätemechaniker, besuchte verschiedene Lehrgänge, machte 2014 die Meisterprüfung zum Fluggerätemechaniker. Dann stand der erste Auslandseinsatz an. Im Rahmen der Nato muss die Bundeswehr in Estland ein Kontingent stellen – und Tepper wurde gefragt, ob er Interesse habe, dort hin zu gehen.

Mit einer sogenannten Alarmrotte unter NATO-Kommando sichert die Luftwaffe zurzeit den Luftraum über dem Baltikum. Mit bis zu sechs Eurofightern und 130 Soldaten stellen die Angehörigen des Taktischen Luftwaffengeschwaders aus Neuburg an der Donau den größten Teil des Kontingents der insgesamt 200 Soldaten. Sie sind seit Ende August in Estland stationiert.

Funkkontakt halten

Flugzeuge aller Art, die im internationalen Luftraum fliegen, müssen Funkkontakt halten, auch einen Flugplan bekannt geben und ein Transpondersignal senden. Mit dem Transpondersignal gibt sich ein Flugzeug der zivilen Flugsicherung zu erkennen.

„Der Einsatz war auf fünf Wochen geplant, das ist überschaubar“, so Tepper weiter. Seine Familie sei vor allem froh gewesen, dass sein erster Auslandseinsatz in einem nicht so gefährlichen Land sein sollte.

Zuständig für Schleudersitze

In Tallinn war er dann schwerpunktmäßig zuständig für die Schleudersitze in den Flugzeugen und die Fliegersonderbekleidung, die gesundheitliche Auswirkungen der Fliehkräfte auf die Piloten verhindern soll.

Gewohnt hat die Truppe in Estland in einem Hotel. „Wir hatten aber Kontakt zur Bevölkerung und haben auch vom Land etwas sehen können“, so Tepper. So hat er sich Tallinn angeschaut, war besonders von der geschichtsträchtigen Altstadt beeindruckt. „Die ist sehr schön“, schwärmt er. Wirkliche Unterschiede in der Lebensart zu Deutschland habe es aber nicht gegeben. Verständigt haben sie sich in Englisch.

Einsatz über Weihnachten

Nun ist im Dezember noch einmal ein Einsatz im Baltikum geplant. Der geht über Weihnachten und den Jahreswechsel, noch einmal fünf Wochen. Wie es dann nach den zwölf Jahren Verpflichtungszeit weitergeht, weiß Tobias Tepper noch nicht genau. „Vielleicht mache ich bei der Bundeswehr dann ein Studium in Maschinenbau“, sagt er. Das hänge ganz allein davon ab, was die Bundeswehr ihm anbieten könne.