Creapolis-Award Hochschule Coburg zeichnet „KaliBot“ aus

Der Creapolis-Preis 2024 geht an ISAT und Brose – und prämiert damit ein Projekt, das Robotern dabei hilft, wirklich ganz genau hinzusehen.

Das neu entwickelte Messsystem zur Absolutkalibrierung wurde direkt in industriellen Roboterfertigungszellen von Brose angewendet. Es soll künftig im Unternehmen für die Justage eingesetzt werden. Foto: Brose/Brose

Ein „herausragendes Transferprojekt“ zwischen Wissenschaft und Wirtschaft wird dieses Jahr mit dem „Creapolis-Award“ der Hochschule Coburg ausgezeichnet. Wie die Hochschule in einer Pressemitteilung bekannt gibt, wurde das mobile Mess-System zur Absolut-Kalibrierung von robotergestützten Fertigungszellen, genannt „KaliBot“, bereits in der Produktion bei Brose eingesetzt und kann ein Projekt mit großer Zukunftsperspektive werden.

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Prof. Dr. Thorsten Uphues vom Institut für Sensor- und Aktortechnik (ISAT) und Claus Schäfer vom Automobilzulieferer Brose nahmen den einmal im Jahr vergebenen Preis der Hochschule Coburg für ihr gemeinsames Projekt „KaliBot“ entgegen. Damit zeigen sie auch, wie nicht nur menschliche Teams, sondern auch Roboter in besonderem Maße zusammenarbeiten können.

Große Freude in Reihe zwei: Der Creapolis-Award 2024 geht an das Kalibot-Team: Tobias Roß und Prof. Dr. Thorsten Uphues von der Hochschule Coburg, Christian Ennes und Claus Schäfer von Brose. Foto: Hochschule Coburg/Natalie Schalk

Natalie Schalk aus der Presseabteilung der Hochschule erklärt dazu: „Einer hält das Bauteil, einer setzt eine Komponente darauf, der dritte kommt dazu und schraubt beides vorsichtig zusammen: Was für Menschen wirklich einfach ist, können Roboter gar nicht gut.“ Das soll sich mit „KaliBot“ nun ändern. Einzeln arbeiten Roboter schon sehr präzise, erklärt Thorsten Uphues vom ISAT-Leitungsteam.

KaliBot: Genauigkeit bis in den Mikrometer-Bereich

Eine präzise Zusammenarbeit zwischen Robotern im Milli- oder gar Mikrometerbereich, das war die Aufgabe, die sich das Forscherteam des ISAT nun stellte und damit Erfolg hatte. „Das, was das ISAT-Team seit März 2022 gemeinsam mit Kooperationspartner Brose entwickelt hat, ermöglicht eine Genauigkeit bis auf 80 Mikrometer. Das ist halb so viel wie ein menschliches Haar dick ist – also viel genauer als Menschen arbeiten, bei allen beteiligten Robotern absolut gleich und außerdem mobil einsetzbar.“

Der Coburger Hochschulpräsident Prof. Dr. Stefan Gast (Mitte) überreicht den Creapolis-Award an Tobias Roß und Prof. Dr. Thorsten Uphues von der Hochschule Coburg, Claus Schäfer und Christian Ennes von Brose. Foto: Hochschule Coburg/Michael von Aichberger

Das Verbundprojekt „Entwicklung eines mobilen Messsystems zur Absolutkalibrierung von robotergestützten Fertigungszellen in der flexiblen und additiven Fertigung“ wurde vom Bayerischen Wirtschaftsministerium drei Jahre lang gefördert. Und das mit sichtbarem Erfolg, erklärt Claus Schäfer, technologieverantwortlicher Automatisierungstechniker bei Brose: „Der im Rahmen des Forschungsprojektes entwickelte Prototyp wird uns in Zukunft die Kalibrierung von Multi-Roboter-Anlagen deutlich erleichtern.“ Dabei gehe es vor allem um die Herausforderung, besser auf Änderungen am Produkt und an den Abrufzahlen reagieren zu können, erklärt Claus Schäfer.

Hochschul-Präsident Prof. Dr. Stefan Gast übergibt den Creapolis-Award an die beiden Teamleiter: „Der Creapolis-Award ehrt Personen und Projekte der Hochschule, die sich neben Lehre und Forschung besonders um Transferaktivitäten verdient gemacht haben.“ Die Jury lobt „KaliBot“ mit den Worten: „Das Transfer-Projekt konnte durch den direkten Wirtschaftsbezug, die Regionalität und den unmittelbar generierten Nutzen überzeugen.“

In der letzten Projektphase bis Ende Februar 2025 werde noch eine grafische Benutzeroberfläche entwickelt, damit alle, die mit den Robotern arbeiten, das mobile System nutzen können, heißt es vonseiten der Pressestelle der Hochschule Coburg.