Corona-Sommerwelle Zeitweise Aufnahmestopp im BKH

Hier ging am Wochenende nicht mehr viel: Mehrere Klinikteile am Bezirkskrankenhaus Bayreuth hatten wegen hohen Personalausfalls einen Aufnahmestopp verhängt. Foto: Archiv/red

Die Corona-Sommerwelle sorgt für hohe Krankenstände. Wegen Personalmangels konnte das Bezirkskrankenhaus Bayreuth am Wochenende in einigen Klinikteilen keine neuen Patienten mehr aufnehmen.

Erstmals in den knapp zweieinhalb Jahren Corona-Pandemie hat das Bezirkskrankenhaus Bayreuth wegen massiver Personalausfälle zeitweise einen Aufnahmestopp verhängt. In mehreren Klinikteilen ging am vergangenen Wochenende nichts mehr.

Wir mussten Klinikteile abmelden“, wird Katja Bittner, Vorstand der Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken (Gebo), in einer Mitteilung zitiert. Betroffen waren von Freitagmittag bis Montagvormittag Neuaufnahmen in der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, hier insbesondere zwei akutpsychiatrische sowie drei suchtmedizinische Aufnahmestationen, teilte Gebo-Sprecherin Ulrike Sommerer auf Kurier-Nachfrage mit.

Der Grund: 81 Mitarbeiter aus dem Pflege- und Erziehungsdienst hatten sich krankgemeldet, am stärksten betroffen waren die Aufnahmestationen. Obwohl alle Register gezogen wurden, Springer und Rufbereitschaft eingezogen und Personal innerhalb der Klinik umgeschichtet wurde, wurde ein Aufnahmestopp verfügt.

„Das macht uns keine Freude“

„Unsere potenziellen Zulieferer, also Rettungs- und Polizeidienststelle sowie das Amt für öffentlich-rechtliche Unterbringung wurden darüber informiert, dass wir keine Patienten mehr stationär aufnehmen können. Wir hätten deren Versorgung und Sicherheit sowie die unserer Mitarbeiter sonst nicht mehr gewährleisten können. Das macht uns keine Freude“, wird Prof. Thomas Kallert. Leitender Ärztlicher Direktor der Gebo, zitiert. Wie viele Patienten von dem Aufnahmestopp betroffen waren, konnte die Gebo nicht sagen.

Notfälle seien vom Rettungsdienst in benachbarte psychiatrische Fachkliniken gebracht worden. Diese gibt es im Bezirksklinikum Obermain, der Sozialstiftung Bamberg und der Bezirksklinik Rehau - die allerdings auch zeitweise keine Patienten mehr stationär aufnehmen konnte.

Kallert will nicht ausschließen, dass erneut Aufnahmestopps im Bezirkskrankenhaus nötig werden: „Entspannen wird sich das erst mal nicht.“ Weil die Corona-Sommerwelle die Kliniken überrollt und für viele Personalausfälle sorgt, könnten die Gebo-Kliniken „seit Wochen lediglich Mindestbesetzungen abdecken. Täglich diskutieren wir oft mehrmals, was mit einer Notbesetzung möglich ist, welche Risiken wir auf uns nehmen können und was hinten runterfallen muss.“

Auf vielen Seiten herrsche Frust, der leider auch schnell in unschöne Diskussionen umschlage. „Unsere Mitarbeiter mussten sich heftigen Vorwürfen mit ungehaltenem Tonfall stellen“, sagt der Ärztliche Direktor. Die Einschränkungen seien aber letztlich die Folge des lockeren Umgangs mit dem Infektionsschutz. Während Stadion, Feste und Konzerte große Menschenmassen anziehen und man damit in Kauf nehme, dass Corona nun durch unsere Gesellschaft läuft, müsse man ebenso damit leben, dass es dadurch eben Einschränkungen in verschiedenen Bereichen gibt.

„Und wenn sich im Freizeitbereich keiner an die Abstandsregeln hält und keiner Maske trägt, aber im Krankenhaus dann den Anspruch erhebt, dass der Angehörige bei uns mit maximalem Personaleinsatz bestens versorgt wird, dann ist das nicht unter einen Hut zu bringen“, spricht Kallert Klartext. Im BKH gelten weiter Test- und Maskenpflicht sowie eingeschränkte Besuchsregeln.

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