Das Krisenkabinett wollte auch ein neues Hilfsprogramm beschließen, das vor allem den Mittelstand einfacher mit dringend benötigten Krediten versorgen soll. Während in Deutschland noch offen ist, wann und wie die Ausgangsbeschränkungen wieder gelockert werden sollen, hat die Regierung in Österreich jetzt eine Art Fahrplan bekannt gegeben.

ZWEI WOCHEN QUARANTÄNE BEI RÜCKKEHR NACH DEUTSCHLAND

Deutsche, EU-Bürger oder langjährig in Deutschland wohnende Personen, die nach mehrtägigem Auslandsaufenthalt in die Bundesrepublik zurückkehren, sollen künftig zwei Wochen in Quarantäne. Das empfahl das sogenannte Corona-Krisenkabinett nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Montag den Bundesländern. Reisende dürfen nur noch aus einem triftigen Grund nach Deutschland kommen. Grundsätzlich sind demnach Einreisen aus Drittstaaten nur noch in ausgewählten Fällen zulässig, die Reisenden werden an den Grenzen kontrolliert. Über EU-Bürger oder langjährig in Deutschland lebende Personen hinaus gebe es Ausnahmen für medizinisches Personal, Pendler, Diplomaten und weitere Personengruppen. Für Pendler sowie Geschäftsreisende und Servicetechniker, die für wenige Tage beruflich ein- oder ausreisen müssen, wird dem Beschluss zufolge keine Quarantäne angeordnet.

NEUES HILFSPROGRAMM SIEHT EINFACHERE KREDITE VOR - BUND HAFTET

Die Bundesregierung will mit einem neuen Kreditprogramm vor allem den Mittelstand einfacher mit dringend notwendigen Krediten versorgen und damit eine Pleitewelle verhindern. Wie aus Eckpunkten des Programms hervorgeht, sollen Kredite von bis zu 800.000 Euro pro Firma mit einer 100-prozentigen Staatshaftung abgesichert werden. Die Unternehmen dürfen demnach zum 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten gewesen sein und müssen «geordnete wirtschaftliche Verhältnisse» aufweisen. Die Eckpunkte des Programms liegen der Deutschen Presse-Agentur vor. Die staatliche Förderbank KfW trägt beim Sonderkreditprogramm bisher bis zu 90 Prozent des Kreditrisikos.

ÖSTERREICH WILL BESCHRÄNKUNGEN NACH OSTERN LANGSAM LOCKERN

In Österreich soll nach Ostern in der Corona-Krise der langsame Weg zurück in Richtung Normalität beginnen. Ziel sei es, dass ab dem 14. April kleine Geschäfte sowie Bau- und Gartenmärkte unter strengen Auflagen wieder öffnen dürfen, teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Montag in Wien mit. Ab dem 1. Mai sollen alle Geschäfte, Einkaufszentren und Friseure wieder öffnen dürfen. Hotels und die Gastronomie sollen frühestens Mitte Mai folgen. Allerdings wurden die Ausgangsbeschränkungen nochmals bis Ende April verlängert, die Schulen bleiben bis Mitte Mai zu. Veranstaltungen sollen bis Ende Juni nicht stattfinden.

ZAHL DER INFEKTIONEN IN DEUTSCHLAND NÄHERT SICH MARKE VON 100.000

In Deutschland sind bis Montagvormittag mindestens 95.900 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.15 Uhr: 91.300 Infektionen). Mindestens 1418 mit Sars-CoV-2 Infizierte starben den Angaben zufolge bislang bundesweit (Vortag Stand 10.15 Uhr: 1318). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Allerdings hat seit Sonntagabend nur Schleswig-Holstein seine Angaben aktualisiert. Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 24.300 nachgewiesenen Fällen und mindestens 383 Toten sowie Nordrhein-Westfalen mit mehr als 20.500 Fällen und mindestens 258 Toten.

BEGEISTERTE REAKTIONEN AUF QUEEN-REDE

Mit ihrem Appell zum Durchhalten und zu eiserner Disziplin während der Coronavirus-Pandemie hat Königin Elizabeth II. den Nerv der Briten getroffen. «Die Königin spricht für das ganze Land und für unsere Entschlossenheit, das Coronavirus zu bekämpfen», teilte der neue Chef der oppositionellen Labour-Partei, Keir Starmer, am Montag mit. Londons Bürgermeister Sadiq Khan lobte, dass die 93 Jahre alte Queen die «hart arbeitenden Helden» etwa in Krankenhäusern hervorgehoben habe. In ihrer am Sonntagabend ausgestrahlten Rede machte die Monarchin auch Mut, dass die Pandemie besiegt werden kann: «Es werden wieder bessere Tage kommen», sagte sie.

CORONA-REGELN IGNORIERT - SCHOTTISCHE GESUNDHEITSEXPERTIN GEHT

Die oberste Gesundheitsexpertin der schottischen Regierung, Catherine Calderwood, ist nach Verstößen gegen die in der Corona-Krise verhängten Ausgangsbeschränkungen zurückgetreten. Nachdem ihr Fehlverhalten auf große Empörung in Großbritannien gestoßen war, zog Calderwood am späten Sonntagabend die Konsequenzen. Sie gab zu, an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden zu einem Landhaus ihrer Familie gefahren zu sein.

AB SOFORT IST MUNDSCHUTZ PFLICHT IN JENA

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus gilt in Jena seit Montag eine Pflicht zum Tragen von Mundschutz in Geschäften sowie Bussen und Bahnen. Damit soll eine Übertragung des Virus durch Tröpfcheninfektion beim Sprechen, Husten oder Niesen eingedämmt werden. Im Freien ist der Mundschutz nicht vorgeschrieben. Nach Angaben der Stadt ist auch kein medizinischer Mundschutz notwendig, es reichen selbstgenähte Masken sowie Tücher oder Schals, die Mund und Nase bedecken.

STUNDUNG DER BIERSTEUER SOLL BRAUEREIEN HELFEN

Exportrückgang, Veranstaltungsstopp und Kneipenschließungen - auch die Brauereien leiden in der Corona-Krise. Eine Stundung der Biersteuer soll ihnen jetzt finanziellen Spielraum verschaffen. Die Biersteuer steht den Ländern zu und betrug 2019 nach Angaben des Bundesfinanzministeriums insgesamt rund 650 Millionen Euro.

APPLE LIEFERT GESICHTSSCHUTZ FÜR MEDIZINISCHES PERSONAL

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie produziert der US-Computerhersteller Apple jetzt gemeinsam mit Zulieferern Gesichtsschutz für medizinisches Personal. Dies teilte Apple-Chef Tim Cook auf Twitter mit. Die erste Lieferung sei in der vergangenen Woche an ein Krankenhaus in den USA gegangen, und das Feedback der Ärzte sei sehr positiv gewesen.