Corona-Pandemie RKI: Omikron-Variante in allen Bundesländern nachgewiesen

Auch dieses Jahr finden die Feiertage im Schatten der Corona-Pandemie statt. Foto: Thomas Banneyer/dpa

Omikron breitet sich auch in Deutschland weiter aus. Noch hat die Variante des Coronavirus nicht die Oberhand. Doch das ist wohl nur eine Frage der Zeit.

Berlin - Die Omikron-Variante ist mittlerweile in allen Bundesländern angekommen.

Auch wenn der überwiegende Anteil der Infektionen nach wie vor von der Delta-Variante des Coronavirus verursacht wird, ist die Zahl der nachgewiesenen Omikron-Fälle in den letzten Wochen deutlich angestiegen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem Wochenbericht schrieb.

Dessen Präsident Lothar Wieler sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: "Die Ausbrüche bei Omikron sind beeindruckend. Sehr viele Menschen, die sich mit einem Infizierten in einem Raum befinden, können sich anstecken. Sehr viele werden auch krank." Dies sei eine andere Dimension, als sie von Delta bekannt sei. Delta ist die seit Monaten vorherrschende Coronavirus-Variante in Deutschland.

Nach RKI-Angaben wurden bis zum 21. Dezember 441 über eine Genomsequenzierung bestätigte Omikron-Infektionen übermittelt. Bei 1438 Fällen bestehe nach einem spezifischen PCR-Test der Verdacht darauf. In Deutschland wird jedoch nur ein kleiner Teil der positiven Proben auf Omikron hin getestet.

Weihnachten im Schatten der Pandemie

Wie aus RKI-Daten vom Sonntagmorgen hervorging, meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem Institut binnen eines Tages 10.100 Corona-Neuinfektionen. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sank erneut im Vergleich zum Vortag. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche mit 220,7 an - am Vortag hatte er 242,9 betragen. Das RKI weist dabei darauf hin, dass während der Feiertage und zum Jahreswechsel mit einer geringeren Test- und Meldeaktivität zu rechnen ist. Deshalb könnten die offiziell ausgewiesenen Fallzahlen nur ein unvollständiges Bild der Corona-Lage in Deutschland zeigen.

Deutschland feiert zum zweiten Mal Weihnachten im Schatten der Corona-Pandemie. Angesichts der Belastungen der Gesellschaft durch die anhaltende Krise rief Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in seiner Weihnachtsansprache zum Zusammenhalt auf.

In Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern traten am Freitag schärfere Regeln in Kraft. Private Zusammenkünfte sind dort bereits an Weihnachten auch für Geimpfte und Genesene beschränkt, und zwar auf maximal zehn Personen. Bund und Länder hatten sich am Dienstag darauf verständigt, diese Vorgabe spätestens zum 28. Dezember einzuführen - die meisten Bundesländer wollen dies nach Weihnachten umsetzen.

Omikron-Variante

Zur Omikron-Variante schrieb das RKI in seinem am Donnerstagabend veröffentlichten Wochenberichtweiter: "Bisherige Meldedaten zu Symptomen deuten auf eher milde Verläufe bei Infizierten mit vollständiger Impfung beziehungsweise Auffrischimpfung." Für mehr als 1200 Fälle wurden dem Institut zufolge Angaben zu den Symptomen übermittelt. Überwiegend seien demnach keine oder milde Symptome genannt worden, am häufigsten Schnupfen, Husten und Halsschmerzen. Bisher kamen dem RKI-Wochenbericht zufolge 28 Covid-Erkrankte, bei denen Omikron nachgewiesen wurde, ins Krankenhaus, eine Person ist nachweislich verstorben.

Experten haben allerdings stets betont, dass bei der erwarteten hohen Zahl an Infizierten im Zuge der raschen Omikron-Ausbreitung dennoch eine große Zahl von Menschen gleichzeitig schwerer erkranken werde und im Krankenhaus behandelt werden müsse. So hatte Wieler am Mittwoch vor einer Überlastung des Gesundheitssystems und einer Beeinträchtigung kritischer Versorgungsstrukturen gewarnt, sollte die Omikron-Welle nicht mit strikten Maßnahmen gebremst werden können.

In einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" sagte der Virologe Christian Drosten auf die Frage, ob es in Deutschland einen Lockdown brauche, es gelte abzuwarten, "ob und wie die jetzt geltenden und noch einmal nachgezogenen Maßnahmen wirken". Greifen die Kontaktbeschränkungen nicht so wie erhofft, könnte man nach Drostens Ansicht Beschränkungen in Betracht ziehen, bei denen nur bereits geboosterte Menschen Zugang haben - was er als "1G" bezeichnete.

Zweifach Geimpfte seien zwar auch bei Omikron vor schweren Verläufen geschützt, "aber praktisch nicht gegen eine Infektion", sagte der Virologe der Berliner Charité. Auch die Virus-Weitergabe im Fall einer Ansteckung sei kaum reduziert. "Wer aber kürzlich geboostert ist, trägt wahrscheinlich weniger zur Weiterverbreitung bei und ist merklich gegen die Erkrankung geschützt. Bei Delta mögen 2G und 3G reichen, aber jetzt schreibt Omikron die Regeln."

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