Landkreis Kulmbach Inzidenz steigt auf 261,3

Im Kreis Kulmbach werden weiterhin ältere Menschen geimpft. Foto: /red

271 aktuelle Corona-Fälle gibt es derzeit im Kulmbacher Land. 187 fallen in die vergangenen sieben Tage. 689 Menschen sind in Quarantäne

Kulmbach - Die Mienen der Verantwortlichen sind ernst im Kulmbacher Landratsamt. Die Nachrichten sind nicht gut. Auch am Donnerstag sind, wie die tägliche Mitteilung über das aktuelle Infektionsgeschehen ausweist, wieder zahlreiche neue Coronafälle entdeckt worden. 44 waren es am Donnerstag, Stand 16 Uhr. Das ließ die 7-Tage-Inzidenz, also den Wert von Infektionen pro 100 000 Einwohner, auf kritische 261,30 ansteigen.

230 Tests im Kreis

271 Corona-Infektionen sind aktuell im Landkreis Kulmbach bekannt. 689 befinden sich in Quarantäne. Am Donnerstag wurden über 230 weitere Tests durchgeführt. Das Gesundheitsamt ist weiterhin intensiv mit der Kontaktpersonenermittlung und der telefonischen Betreuung der häuslich isolierten Personen beschäftigt. 96 Menschen haben im Zusammenhang mit Corona ihr Leben verloren.

Die Schulen bleiben zu

Ministerpräsident Markus Söder hat am Donnerstag gesagt hat, dass 87 Prozent der bayerischen Bürger vom kommenden Montag an deutliche Verbesserungen erfahren. Das bezieht sich nur auf diejenigen Regionen, deren Werte unter 100 oder gar unter 50 liegen. In Kulmbach bleiben die Schulen zu. Experten rechnen angesichts der hohen Inzidenzwerte sogar damit, dass möglicherweise auch die Abschlussklassen, die momentan noch im Präsenzunterricht sind, nicht mehr in die Schulen dürfen.

Vorwiegend britische Mutante

Über eine Öffnung der Kitas und der Grundschulen, das bestätigte Oliver Hempfling aus dem Kulmbacher Landratsamt, müsse man vorerst nicht reden. Hempfling rechnet fest damit, dass auch in der kommenden Woche die Schulen und Kindergärten zubleiben. Die Lage ist ernst in Kulmbach, und wie es aussieht, hat die britische Mutante des Coronavirus inzwischen deutlich Oberhand gewonnen. Unter den 44 am Donnerstag neu entdeckten Fällen ist laut Oliver Hempfling nur einer, bei dem es sich gesichert um die „alte“ Variante handelt.

Ähnliche Situation in Wunsiedel

Bei 25 Fällen sei die britische Mutation bereits gesichert, in den restlichen Fällen sei das Ergebnis noch offen, das Screening noch nicht abgeschlossen. In einem Fernsehinterview hat Oliver Hempfling gehört, in Wunsiedel bestehe die Vermutung, dass die britische Mutante an zwischen 50 und 70 Prozent der neuen Infektionen schuld ist. „Wir wissen das für Kulmbach bereits.“ Vor einiger Zeit noch sei es durchaus üblich gewesen, dass Angehörige eines Hausstands sich mit einiger Vorsicht nicht angesteckt hatten, wenn ein Familienmitglied positiv getestet war. Das habe sich inzwischen deutlich verändert.

Hotspot Kulmbach

Kulmbach ist schon seit einiger Zeit deutschlandweit ein Hotspot. Gut möglich, dass der neue Wert von 261 im Lauf des Freitags die Kulmbacher auf einer Rangliste, auf der keiner stehen will, noch weiter nach oben spült. Dass Kulmbach so viel testet und trotz hoher Zahlen sein Ziel, Kontaktpersonen zuverlässig zu ermitteln, weiterhin erreiche, erweise sich als zweischneidiges Schwert. „Wir testen und verfolgen mögliche Kontakte schnell. Deswegen haben wir ja die vielen Fälle“, sagt Oliver Hempfling. Doch der Landkreis bleibt bei seinem Weg: „Nur so können wir einen Bruch in der Kette bewirken und eine Trendwende erreichen.“

Das Landratsamt prüft im Hinblick auf die Impfungen schon, wie es möglich gemacht werden kann, Arztpraxen mit einzubinden. „Mit dem leichten Handling des Impfstoffs von AstraZeneca tun sich da Möglichkeiten auf“, sagt Hempfling. Allerdings müsse man dabei auch die „Impfbürokratie“, die Ministerpräsident Markus Söder kritisch angesprochen hat, berücksichtigen. Einer der wenigen Lichtblicke für die Kulmbacher: Der Ministerpräsident hat in Aussicht gestellt, dass in Hotspots die strengen Priorisierungen nach Alters- und Berufsgruppen aufgehoben und mehr Impfstoffe in solche besonders stark betroffenen Gebiete geschickt werden sollen.

 

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