Corona bremst die Gründung nicht Junge Leute setzen auf Gastronomie

„Wir wollten weg von der Vereinsheim-Charakteristik“, sagt Vorsitzender Tobias Burger (rechts) über den Umbau der Gaststätte. In Michael Korkisch (links) hatte er einen tüchtigen Mitstreiter für die Maßnahme Foto:  

Aus dem Tennisheim in Stadtsteinach wird ein italienisches Restaurant. Der Verein hat die Räumlichkeiten umgebaut und modern gestaltet. Dafür gab es sogar Fördermittel.

Stadtsteinach - Die Gastro-Landschaft befindet sich in einem tief greifenden Umbruch. Viele Gastwirtschaften haben in den vergangenen Jahren dicht gemacht: Zuviel Bürokratie, ein Mangel an Mitarbeitern oder auch Betriebsnachfolgern waren oft die Gründe für das Wirtshaus-Sterben. Die Corona-Krise bremste die Lust auf neue Betriebsgründungen. Vor diesem Hintergrund ist man in Stadtsteinach sehr froh darüber, dass nun ein neues Restaurant an den Start gegangen ist: Das „Ristorante Da Luca“ mit sizilianischer Küche.

Der gastronomische Betrieb wird geführt von drei jungen Leuten: Zum Trio gehört Luca Schuster aus Wallenfels. Er hat bereits vorher zusammen mit seiner Partnerin Natalie Kuhnlein in Schönbrunn bei Bad Lobenstein ein Restaurant geführt. Jetzt hat er sich jedoch dafür entschieden, näher an seinen Wohnort zu arbeiten. Das ist nun mit seinem Engagement in Stadtsteinach gelungen.

Der Dritte im Bunde ist Mirco Deuerling, der aus Steinwiesen stammt. Er hat als Koch am Tegernsee gearbeitet, bis er vor drei Jahren in seine Heimat zurückkehrte und in der Küche eines Hotels beschäftigt war.

„Wir sind sehr zufrieden und haben sehr positive, erste Erfahrungen gemacht“, freut sich Luca Schuster beim Besuch von Bürgermeister Roland Wolfrum. „Schön, dass ihr euch nach Stadtsteinach aufgemacht habt“, sagte dieser und und überreichte ein Präsent. Er würdigte die Initiative als Gegenpol zum allseits um sich greifenden Wirtshaus-Sterben. „Die Gäste kommen verstärkt zu uns“, freute er sich. Sein Lob galt aber auch dem Tennisclub, der die Gründung erst ermöglicht hatte.

Der Verein traf bereits vor dem Wegzug des vormaligen Pächters eine Richtungsentscheidung und hat in den vergangenen Monaten den Komplettumbau der Gaststätte bewerkstelligt. Man wollte den Räumlichkeiten ein neues Gepräge vermitteln. Frischer und moderner sollte sie werden, so lautete die Vorgabe. Das Ziel ist erreicht, und so präsentiert sich das Ristorante in neuem, elegant-schörkellosem Outfit.

Dafür haben die Tennisfreunde einiges geleistet. Engagiert haben sich besonders Kassierer Michael Korkisch und Vorsitzender Tobias Burger. Die beiden investierten unzählige Stunden, um das Projekt über die Bühne zu bekommen. Fliesen in der Küche abklopfen, den Boden herausreißen, alte Abwasserleitungen entfernen, Streichen – all das hat das Duo mit der Unterstützung einiger Helfer erledigt. Per Eigenleistung sollten die Kosten für die aufwendige Maßnahme gesenkt werden.

Das Gaststätten-Modernisierungsprogramm des bayerischen Wirtschaftsministeriums erleichterte die Finanzierung. Hieraus gab es einen Zuschuss von 40 Prozent auf die förderfähigen Kosten, 60 Prozent mussten aus Eigenmitteln bestritten werden. Das Gesamtvolumen lag bei 33.500 Euro, der Zuschuss bei 13.400 Euro.

Voraussetzung für die Bewilligung war die Vorlage eines Business-Plans und eines soliden Finanzierungskonzepts, wie Michael Korkisch unterstreicht. „Das war ein unheimlicher Zeitaufwand.“ Umfangreiche und wertvolle Unterstützung erhielt der Verein bei seiner Hausbrauerei Schübel, ohne die das Projekt nicht möglich gewesen wäre.

Bereits vor zwei Jahren hatte der Vorstand sich Gedanken über die Zukunft der Gastwirtschaft gemacht. Die blieb von kleinen Ausnahmen abgesehen seit 1988 unangetastet. Dass hier etwas passieren muss, war jedem klar: “Eine gute Gastronomie war für unseren Verein schon immer ein Aushängeschild. Ohne die Modernisierung wäre es schwieriger geworden, einen passenden Pächter zu bekommen“, sagt Vorsitzender Tobias Burger. Deshalb ist die Freude groß, dass dies nun gelungen ist.

Mit der Maßnahme hat der 150 Mitglieder zählende Verein nicht nur das gastronomische Angebot in der ehemaligen Kreisstadt vergrößert, sondern auch seine Zukunft gesichert.

 

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