Container für Kitas „Das Problem ist erst mal gelöst“

BAYREUTH. Die Kuh ist vom Eis: Nachdem im Frühjahr rund 100 Plätze in Kindergärten, Horten und Krippen fehlten, ist der Bedarf jetzt gedeckt. Mit Containern, die zum Beispiel in der Saas und in Grunau aufgestellt wurden – rechtzeitig zu Beginn des Kindergarten- und Schuljahres. „Einen Notfall wie in dem Jahr möchte ich so nicht noch einmal erleben“, sagt die Bayreuther Sozialreferentin Manuela Brozat.

Zumindest innen sieht es fast so aus wie in einem ganz normalen Kindergarten – nur vielleicht etwas steriler. Stefanie Salihu und ihre Kolleginnen, die die Container-Krippe der Kindertagesstätte der Diakonie in der Saas betreuen, haben Gruppenräume, eine kleine Turnhalle, Schlafräume zur Verfügung für die Kleinsten. Beim Kurier-Besuch am Mittwochmittag schlafen die meisten, die in der Eingewöhnungswoche noch nicht von ihren Eltern abgeholt wurden. „Container heißt ja nicht, dass es so provisorisch ist, dass man es nicht aushalten kann“, sagt Manuela Brozat.

Nicht noch einmal in ein Problem laufen

Nachdem der ohnehin in Containern im Hof der Lerchenbühlschule untergebrachte Hort bereits um einige Container für „rund 90 Kinder“ erweitert wurde, wie Brozat sagt, haben jetzt 45 Wichtelzwerge, wie die Einrichtung heißt, Raum in den angemieteten Containern neben dem Sportplatz der Schule. Für diese und die anderen Container, die seit Anfang September bereitstehen – mit Ausnahme der Container fürs BRK-Kinderhaus, wo laut Brozat „voraussichtlich ab November“ 35 Kinder Platz finden werden – gelte: „Es wird zunächst von einer Bestandsdauer der Container-Anlagen von zwei Jahren ausgegangen.“ Natürlich abhängig davon, wie schnell entsprechende Neubau-projekte umgesetzt werden könnten.

„Das Problem ist erst mal gelöst“, sagt Brozat auf Nachfrage. Der Kurier hatte zu Beginn des Jahres auf die Lücke zwischen Nachfrage und Angebot hingewiesen. „Die Planung“ – entsprechend die Geburtenzahlen und die Kindergartenkinder – „fürs nächste Jahr wollen wir uns genau anschauen“, sagt Brozat. Um nicht noch einmal in ein solches „Problem hineinzulaufen“, wie die Sozialreferentin sagt. Aktuell jedoch seien „alle untergekommen“, die einen Platz in der Kinderbetreuung gesucht hätten. Es gebe aktuell keine Unterversorgung.

Neuer Träger klopft bei der Stadt an

Neben Neubauten im Kreuz, des Waldorf-Kindergartens und der Kindervilla am alten Krankenhaus, die „nach Fertigstellung in zwei bis drei Jahren“ laut Brozat die Container ablöse, gebe es weitere Projekte im Kindergartenbereich: „Dem großen Bedarf im Bereich Saas und Glockengut sowie Altstadt soll durch ein größeres Bauprojekt“ der Arbeiterwohlfahrt (Awo) „im Bereich Jakobshöhe begegnet werden.“ Hier sei man auf der Suche nach einem passenden Grundstück, sagt Brozat auf Nachfrage. „Noch nicht spruchreif“ sei das Engagement eines „ganz neuen Trägers, der in Innenstadtlage“ möglicherweise ein bestehendes Gebäude für Kinderbetreuung umbauen wolle. „Die Gespräche mit den Trägern laufen auf allen Ebenen grundsätzlich sehr gut und umso intensiver, wenn Neubauprojekte anstehen.“

Was das seit Jahren immer wieder – auch kontrovers – diskutierte Projekt des Horts in der Lerchenbühlschule angehe, gebe es einen „Vorentwurf für die Erweiterung der Schule, um dort künftig Hort und Ganztagsangebote unterzubringen“, sagt Brozat auf Anfrage unserer Zeitung. Auf den Vorentwurf des Hochbauamts habe es auch schon „erste Anregungen der Kindergartenleitung gegeben“, sagt Brozat. Ihre Aufgabe werde es nun in den kommenden Wochen sein, bis zum nächsten Gesprächstermin des Arbeitskreises, der sich mit dem Thema befasst, die Fördermöglichkeiten des Projekts mit dem Kultusministerium und der Regierung abzuklopfen: „Das Projekt, das in der Schule stattfinden soll, muss man in seiner Gesamtheit denken.“

Die Lösung rund um die Lerchenbühlschule, wo ein Löwenanteil der Anfang des Jahres fehlenden Plätze geschaffen wurde, sei „die für den Zeitpunkt beste gewesen“, sagt Franz Sedlak, Vorstand der Diakonie Bayreuth, die zugleich größter Träger für Kitas in Bayreuth ist. Man denke auch über eine Erweiterung der Kita Saas nach, stoße aber wegen „der baulichen Gegebenheiten an die Grenzen“. Die anderen Container, die im Kreuz als Ausweichquartier für den Kindergartenneubau aufgestellt wurden, könnten ab kommenden Mittwoch „mit einer Notgruppe, ab Donnerstag dann im Regelbetrieb“ genutzt werden. Nach eineinhalb bis maximal zwei Jahren, wenn der Kindergarten Fröbelstraße fertig sei, „wird das Grundstück auch wieder hergerichtet, wie es vorher war“.

Dass Bayreuth in ein Problem bei den Kinderbetreuungsplätzen hineinlaufe, hätte man angesichts der „zwei Seiten des demografischen Wandels“, wie es Sedlak auf Nachfrage formuliert, „sehen können, eventuell auch müssen und planerisch früher beginnen können. Den Bedarf legt ja die Stadt fest.“

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Passwort vergessen?
  2. * = Pflichtfeld
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!

Wenn Sie einen Kommentar verfassen, so wird dieser unter Ihrem Klarnamen, also dem von Ihnen angegebenen Vor- und Nachnamen veröffentlicht. Sollte Ihr Kommentar nicht sofort erscheinen, bitten wir Sie um etwas Geduld. Wir behalten uns vor, Kommentare vor der Veröffentlichung zu prüfen. Bitte beachten Sie hierzu auch unsere Netiquette.

loading