Comeback des Jahres Vechta holt 27 Punkte in neun Minuten auf

Partylaune: Luc van Slooten (oben) und der wieder zu den Besten zählende Philipp Herkenhoff konnten es
offenbar selbst kaum fassen, wie Rasta Vechta die Wende erzwungen hatte. Foto: Christian Becker

BASKETBALL. Sieg der Riesen Ludwigsburg gegen Alba Berlin, Heimniederlage von Brose Bamberg gegen Ulm, dazu viele enge Spiele – es mangelte nicht an bemerkenswerten Ergebnissen am achten Bundesliga-Spieltag. Trotzdem stellte aber eine Partie alle anderen in den Schatten, und zwar der 106:103-Sieg von Rasta Vechta gegen die Löwen Braunschweig.

Den Gastgebern gelang dabei nämlich das wohl spektakulärste Comeback des Jahres. Nach einem Rückstand von bis zu 27 Punkten gewannen sie das letzte Viertel in fast unglaublicher Höhe mit 43:15.

Rasta Vechta – Löwen Braunschweig 106:103 (24:24, 20:28, 19:36, 43:15): Aussichtslos schien die Lage für Rasta Vechta, als es nach 50 Sekunden des letzten Viertels 63:90 stand. Auch zwei Minuten später hatte sich beim 72:96 noch nicht viel verändert. Dann leisteten sich die bis dahin mannschaftlich so überzeugenden Braunschweiger um den gewohnt starken Scott Eatherton (24 Punkte, 13 Rebounds) jedoch plötzlich viele haarsträubende Fehler, während gleichzeitig die Gastgeber mit jedem Erfolgserlebnis euphorischer wurden. So stürmte Vechta innerhalb von knapp fünf Minuten mit 24:1 Punkten auf 96:97 heran und hatte mit dem dabei gewonnenen Selbstvertrauen dann auch die besseren Nerven in den letzten Sekunden. Rasta-Coach Pedro Calles fand trotzdem eher nachdenkliche Worte: „Ich darf heute noch einmal mein Credo hervorholen: Charakter ist wichtiger als Talent. Jeder mag das noch nicht verstanden haben. Aber solange ich hier der Coach bin, werde ich mit meinem Staff immer kämpfen und einen Weg suchen, wie wir mithalten können. Dafür brauchen wir echte Kämpfer. Aber ich muss jetzt auch sagen, dass nicht alle in dieser Mannschaft solche Kämpfer sind. Das Gute ist, dass diese Spieler sich an anderen im Team orientieren können – sie sollten ihnen folgen!“

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Punkte für Vechta: Herkenhoff 20, Vasturia 19, Young 14, Kessens 12, Garcia 11, Wainright 11, M. DiLeo 8, Simpson 8, Murphy 3; für Braunschweig: Eatherton 24, Mushidi 20, Lawson 18, Klepeisz 12, Zeeb 9, Marelja 8, Jallow 5, Releford 4, Wank 3; Zuschauer: 3140.

Hamburg Towers – BG Göttingen 87:93 (19:29, 15:32, 29:9, 24:23): Zwei völlig unterschiedliche Gesichter zeigte die BG Göttingen in Hamburg. Vor der Pause dominierten die Gäste den Aufsteiger nach Belieben und warfen eine 61:34-Führung heraus, danach brachen sie aber völlig ein und konnten nur mit Mühe und Not den Sieg ins Ziel retten. Bennet Hundt gelang der letzte Dreier mit der Schlusssirene.

Punkte für Hamburg: Franke 19, Gutierrez 16, Powell 12, Beech 11, Hollatz 10, Ibeh 10, Schaffartzik 7, Ogunsipe 2; für Göttingen: Osetkowski 23, Allen 18, Anderson 17, Lasisi 10, Lockhart 7, Andric 6, Hundt 5, Kramer 4, Carter 3; Zuschauer: 3400.

Gießen 46ers – Mitteldeutscher BC 98:95 (25:30, 23:31, 25:15, 25:19): Erstmals mit Rückkehrer Björn Harmsen auf der Trainerbank schien der MBC lange einem Sieg entgegenzusteuern: Zur Pause führten die Sachsen-Anhalter mit 61:48. Nach dem dritten Viertel waren die Gießener aber mit 73:76 schon wieder in Schlagdistanz und nach einer packenden Schlussphase mit mehrfach wechselnder Führung hatten sie die Nase vorne. „In der zweiten Halbzeit sind wir so aufgetreten, dass wir das Spiel unbedingt noch gewinnen wollen“, war 46ers-Coach Ingo Freyer zufrieden.

Punkte für Gießen: Myers 23, Thomas 18, Barnett 11, Brown 10, Pjanic 9, Tiby 9, Bryant 8, Kraushaar 7, Gray 3; für MBC: Turudic 23, Kajami-Keane 21, Warren 19, Novak 9, Jackson 6, Micovic 6, Gbinije 5, Brembly 2, Kerusch 2, Zylka 2; Zuschauer: 3247.

S.O. Würzburg – Skyliners Frankfurt 68:67 (19:17, 22:9, 14:21, 13:20): Trotz einer klaren Pausenführung (40:26) wurde es für die Würzburger im Main-Derby nochmals bedrohlich eng. Jordan Hulls rettete im Endspurt an der Freiwurflinie den Erfolg. Frankfurts Trainer Sebastian Gleim konnte der Niederlage daher auch Positives abgewinnen: „Wir haben versucht, uns zurückzukämpfen, und haben das auch ganz gut gemacht. Wir haben dann die Chance bekommen, das Spiel zu drehen, waren aber an bestimmten Punkten nicht geduldig genug.“

Punkte für Würzburg: Wells 24, Fischer 8, Bowlin 7, Rudd 7, Hulls 6, Koch 6, Etou 5, Richter 5; für Frankfurt: Jones 19, Hines 13, Freudenberg 12, Kratzer 11, Robertson 6, Vargas 4, Waleskowski 2; Zuschauer: 2937.

Riesen Ludwigsburg – Alba Berlin 81:77 (21:15, 14:29, 22:14, 24:19): Die Riesen Ludwigsburg haben Alba Berlin in einem packenden Spiel die zweite Bundesliga-Niederlage beigebracht. Matchwinner war Spielmacher Khadeen Carrington, der in den letzten 70 Sekunden entscheidende sieben Punkte erzielte. „Wir haben heute unseren besten Basketball in der Crunchtime gespielt“, freute sich Riesen-Coach John Patrick. Sein Berliner Kollege Aito Garcia Reneses sah den entscheidenden Unterschied in der verfügbaren Energie, nachdem sein Team drei Tage zuvor in der Euroleague nach zwei Verlängerungen mit 106:105 gewonnen hatte: „Und das ohne einige sehr gute Spieler.“

Punkte für Ludwigsburg: Carrington 18, Weiler-Babb 17, Knight 15, Brase 8, Wimbush II 8, Leissner 5, Smith 4, Wohlfarth-Bottermann 4, Konga 2; für Berlin: Giedraitis 17, Hermannsson 16, Sikma 16, Giffey 9, Thiemann 7, Nnoko 6, Eriksson 3, Schneider 2, Ogbe 1; Zuschauer: 4040.

Baskets Oldenburg – Baskets Bonn 88:83 (22:25, 25:23, 25:17, 16:18): Im dritten Viertel stellten die Oldenburger die Weichen zum Sieg gegen die Bonner, die am kommenden Sonntag in Bayreuth zu Gast sind (18 Uhr). „Da haben wir die Optionen der Bonner besser kontrolliert“, erklärte Trainer Mladen Drijencic. Gäste-Coach Thomas Päch sprach trotz der fünften Niederlage in Folge von einem „Schritt in die richtige Richtung“: „Drei Viertel lang haben wir die Dinge umgesetzt, die wir uns vorgenommen hatten.“

Punkte für Oldenburg: Paulding 20, Larson 18, Mahalbasic 13, Schwethelm 12, Boothe 8, Hobbs 8, McClain 5, Sears 2, Tadda 2; für Bonn: Simons 14, Bartolo 13, Frazier 12, McKinney-Jones 9, Breunig 8, A. DiLeo 8, Saibou 6, Zimmerman 6, Lischka 4, Subotic 3; Zuschauer: 5571.

18-Jähriger führt Ulm zum Sieg in Bamberg

Brose Bamberg – Rat. Ulm 78:81 (20:18, 26:18, 21:21, 11:24): Das erst 18-jährige französische Supertalent Killian Hayes führte die Ulmer als Topscorer mit 24 Punkten (9/13 Würfe) zu ihrem erst zweiten Saisonsieg. Mitentscheidend war auch das foulbedingte Ausscheiden des Ex-Bayreuthers Assem Marei knapp drei Minuten vor Schluss beim Stand von 76:76. „Wir haben schlechte Verteidigung gespielt, vor allem in der zweiten Halbzeit“, sagte Bambergs Coach Roel Moors. „Wir haben einem Linkshänder immer wieder erlaubt, über links zu gehen, ohne dass jemand zur Hilfe kam, das ist absolut inakzeptabel. Im Angriff hatten wir einen schlechten Rhythmus und nahmen viele schlechte Würfe.“

Punkte für Bamberg: Obasohan 15, Marei 14, Lee 12, Harris 7, Mclean 7, Carrera 6, Sengfelder 6, Weidemann 5, Olinde 2, Taylor 2, Taylor 2; für Ulm: Hayes 24, Dragic 18, Jerrett 15, Briscoe 10, Obst 5, Willis 4, Schilling 3, Hinrichs 2; Zuschauer: 5398.

 

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