Coburger Designtage Zauberhafte Welt im Herzen Coburgs

Wolfgang Braunschmidt

Die Designtage finden erstmals in einem Parkhaus statt. So etwas hat es in Deutschland bislang noch nicht gegeben.

Sylvia Endres, Geschäftsführerin des Coburger Designforums Oberfranken (CDO), kommt aus dem Schwärmen nicht heraus. Der Ort, an dem die 34. Coburger Designtage am Dienstagabend eröffnet wurden, sei alles andere als gewöhnlich. Auf drei Etagen im Parkhaus Mauer treffen noch bis Sonntag, 29. Mai, Architektur, Kunst, Produkte und Konzepte zusammen, deren Gestalter – Menschen – „konsequent den Blick in die Zukunft richten“.

Die Wohnbau Stadt Coburg (WSCO) stellt die außergewöhnliche Location, die sich über drei Etagen erstreckt, für die Designtage zur Verfügung. Eine so komplexe Ausstellung an einem vergleichbaren Ort habe es ihres Wissens in Deutschland noch nicht gegeben, „das ist neu und einmalig wie ein Hausbau“, sagt Sylvia Endres wenige Stunden vor der Eröffnung der Designtage. Workshops, Musik, Gastronomie, Kinderecke mit professionellen Vorlesern, „Wohnzimmer“ der Wohnbau, „Green Deal“ der Stadt Coburg und natürlich die Aussteller verwandeln das Parkhaus Mauer im Herzen der Innenstadt in den nächsten Tagen in ein Abenteuer- und Zukunftsland.

Das Licht- und Klangdesign schafft in dem Gebäude, das gewöhnlich als Abstellplatz für Autos dient, bei Einbruch der Dämmerung eine zauberhafte Welt. Dahinter steckt viel Technik. So sind zum Beispiel acht Kilometer Kabel verlegt worden, um die Beleuchtung zu ermöglichen. Der Verein Klanggrenzen startet akustische Experimente, und die Künstlerin Mariana Carranza zeigt eine eigens für Coburg konzipierte digitale, interaktive Installation. Diese reagiert auf Musik und setzt sie in Bildkunst um.

Der Rödentaler Mäzen Horst Weingarth ist mit seinem Kunstforum und einem Wettbewerb vertreten. Weingarth stellt sein Projekt einer Kunsthalle in seiner Heimatstadt vor. Dazu haben Studierende der Hochschule Coburg Architekturentwürfe eingereicht. Der Preisträger wird von der Jury, der Holger Falter, Dekan der Fakultät Design, angehört, im Rahmen der Designtage gekürt.

Ein Blickfang ist der Entwurf von Studierenden, die sich Gedanken über die Gestaltung des Coburger Bahnhofareals gemacht haben. Mit innovativen Ideen, die nicht nur Solartechnik und Begegnungsräume, sondern auch eine Seilbahn zur Hochschule am Campus Friedrich Streib umfassen, zeigen sie, wie dem teilweise maroden Gelände und seinen Zweckbauten wieder neues Leben eingehaucht werden kann.

Workshops und Vorträge am von-Stockmar-Platz in der Webergasse, ein Designtage-Shop, über die ganze Innenstadt verstreute Pop-up-Stores sowie die Friedensaktion der Initiative „Demokratie leben“ an den Arkaden am Schlossplatz runden die Designtage ab. „Jetzt müssen nur noch die Besucherinnen und Besucher kommen“, sagt Sylvia Endres.

 

Bilder