CO₂ sparen beim Bauen: Wie Bauherren den ökologischen Fußabdruck klein halten

Fit für die Zukunft: CO₂-armes Bauen. Foto: Bausparkasse Schwäbisch Hall/akz-i

akz-i  Neu bauen – aber nachhaltig! Wer heute baut, sollte die Klimaeffizienz von Beginn an mitdenken. Wie Bauherren ihren CO₂-Fußabdruck klein halten, erklärt Schwäbisch Hall-Architekt Sven Haustein.

1. Die Lage: Nachverdichtung und Sonnenenergie. Nachhaltigkeit steht und fällt mit dem Standort. Generell gilt: innerörtliche Nachverdichtung vor Neubau auf der Wiese. Denn: „Angesichts des Bauflächen-Mangels ist es sinnvoller, nach Brachflächen oder Bestandsgebäuden Ausschau zu halten“, so Architekt Haustein. Wichtig bei der Gebäudegestaltung: Durch die Ausrichtung des Gebäudes und seiner Fenster lassen sich solare Wärmegewinne und Hitzeschutz optimieren. Vorsicht bei Fensterflächen: „Selbst modernste Dreifachverglasung verliert mehr Energie als die Außenwand, wenn sie nicht richtig ausgerichtet wird“, warnt der Schwäbisch Hall-Experte.

2. Die Wohnfläche: klein und einfach bauen. Je geringer die Wohnfläche, desto weniger muss gebaut, ausgestattet und beheizt werden. Deshalb gilt: kritisch hinterfragen, wie wichtig Doppelgarage oder Gästezimmer sind. Je kompakter ein Gebäude, desto geringer ist der Wärmeverlust über die Gebäudehülle. „Um die Nutzungsdauer der Immobilie zu verlängern, sollten Bauherren schon beim Bau an ihre zukünftigen Bedürfnisse denken“, rät Haustein. Wer gleich barrierefrei baut, beugt Umbaumaßnahmen im Alter vor.

3. Die Baustoffe: ökologisch und aus der Region. Um nachwachsende Materialien kommen Bauherren bei klimaschonender Bauweise nicht herum. Statt zu Beton, Ziegel oder Kalkstein greifen sie zu Holz, Lehm und natürlichen Dämmstoffen wie Hanf, Schafwolle, Flachs, Seegras und Stroh. Hier gilt: Der Klimavorteil hängt von Herkunft, Verarbeitung und Verwertung ab.

4. Die Anlagentechnik: effizient heizen mit erneuerbaren Energien. Mit modernen Anlagen wird der CO₂-Abdruck eines Neubaus klein gehalten, denn die Wärmeerzeugung für Haus und Warmwasser verbraucht am meisten Energie. Mit Wärmepumpe, Holz oder Pellets heizen Hausbesitzer weitgehend CO₂-neutral. „Die Anlagentechnik muss das Energiekonzept, den Platz und die Verknüpfungsmöglichkeiten mit weiterer Haustechnik berücksichtigen“, empfiehlt Haustein.

Zwar verursachen nachhaltige Gebäude höhere Kosten, Bauherren investieren damit jedoch in höhere Wohnqualität und dauerhaft niedrigere Betriebskosten. Zudem können attraktive Förderungen helfen. Und: Der ökologische Fußabdruck fällt kleiner aus.

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