Church-Slam Acht Pfarrer im Predigt-Wettstreit

Auch aus der Bibel wird es am Freitag wohl die ein oder andere Zeile zu hören geben: Mit dabei sind die Pfarrer Hans-Dietrich Nehring (links) und Hannes Schott. Foto: Ralf Münch

BAYREUTH. Schon ganz elektrisiert vor Vorfreude zückt Pfarrer Hans-Dietrich Nehring sein Handy: „Das wird dann mit dem Beamer verbunden und alle können sehen wie laut das Lied gesungen wurde“, erklärt er.

Er spricht aber über keinen Gesangswettbewerb in der Friedenskirche in der Birken. Sondern über eine Idee, die ihm schon seit rund drei Jahren im Kopf herumgeistert: ein Predigt-Slam. Er spricht aber über keinen Gesangswettbewerb in der Friedenskirche in der Birken. Sondern über eine Idee, die ihm schon seit rund drei Jahren im Kopf herumgeistert: ein Predigt-Slam.

Eine neue Idee

So etwas hat es in Bayreuth noch nicht gegeben, am Freitag ist es soweit. Acht Pfarrerinnen und Pfarrer aus Bayreuth und Umgebung stehen ab 19.30 Uhr am Altar der Friedenskirche und slammen was das Zeug hält. Mit dabei sind neben Andrea und Hans-Dietrich Nehring, Stefanie Lauterbach, Günter Daum, Hannes Schott, Christoph von Seggern, Christoph Maser und Ursula Aschoff.

Keine Verkleidungen

Die Slammer haben strenge Vorgaben bekommen: „Sie dürfen nicht singen und sich nicht verkleiden. Lediglich einen Zettel mit Notizen können sie mit nach vorne nehmen“, sagt Hans-Dietrich Nehring. Der Wettbewerb soll fair sein und keiner der Redner besonders auffallen. Zwei Texte hat jeder der Teilnehmer vorbereiten müssen – einen für die Vorrunde und einen für das Finale.

Abstimmung per Perlen

Wer in die Endrunde kommt, das entscheidet das Publikum. „Jeder Besucher kriegt drei Perlen. Wenn alle acht dran waren, können sie diese beliebig auf die Gläser der Slammer verteilen“, erklärt der 59-Jährige. Die drei Teilnehmer mit den meisten Perlen im Glas sind weiter und dürfen ihren zweiten Text vortragen. Und dann zurück zum Handy: Der Gewinner wird sozusagen mit dem Lied „Der Mond ist aufgegangen“ ersungen. Sieger ist der, bei dem das Publikum den Text am lautesten grölt und Nehring misst für alle sichtbar die Dezibel mit. „Der Preis ist ein Schrottwichtel-Geschenk. Wir wollen ja nicht, dass der Gewinner zu eitel wird“, sagt Andrea Nehring und lacht.

Texte nicht unbedingt gottesdiensttauglich

Und was genau tragen die Pfarrerinnen und Pfarrer da vor? Hans-Dietrich Nehring hält sich noch bedeckt, er möchte auf keinen Fall zu viel erzählen, seine Frau verrät da mehr: In einem ihrer Slams wird es um Gottesdienstformen gehen. Und auch der Meyernberger Pfarrer Hannes Schott rückt heraus: „Ich trage einen Text vor, der weder gottesdienst- noch bühnentauglich ist. Ein fränkisches Gedicht mit dem Titel ,Der vierte König oder das Hopfenwunder zu Bethlehem’. Der ist ganz frisch im Urlaub entstanden.“ Die Nehrings freuen sich auf Freitag, sind gespannt, was ihre Kollegen sich ausgedacht haben. Die Emotionen seien ganz wichtig, sind sie sich einig. „Sonst kommt man nicht ans Publikum ran“, sagt Hans-Dietrich Nehring. „Wir stehen als Personen da und können uns nicht hinter Kanzel und Talar verstecken.“

Einlass zum Predigt Slam ist am Freitag am 19 Uhr. In den Pausen wird die Lehrerband der Jacob Ellrod Schule Gefrees spielen. Außerdem ist der bekannte Poetry Slammer Marco Michalzik zu Gast.

 

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