Christkindlesmarkt gestartet Es glüht und dampft in der Bayreuther Innenstadt

Stadt der Lichter: Die 36 Buden tauchen das Bayreuther Stadtparkett in eine besondere Atmosphäre. Die Händler und Besucher freuen sich über den Start in Corona-Zeiten. Alle hoffen, dass es den Markt auch wirklich bis 23. Dezember geben wird.

Bayreuth - „Man muss es gleich mal ausnutzen, wer weiß, wie lange er offen hat.“ Der im Vorbeigehen aufgeschnappte Satz einer Frau beschreibt perfekt die Stimmung, die am ersten Tag des des Christkindlesmarktes (Montag, 15. November 2021) auf dem Stadtparkett herrschte.

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Händler und Besucher schienen die ersten Stunden nach der Öffnung des 36 Buden großen Weihnachtsdorfes diesmal besonders zu genießen. Nicht nur, weil der Markt nach der Absage 2020 Re-Start feierte. Und deshalb 2021 eine Woche früher los geht, um den Händlern mehr Geschäft zu ermöglichen. Sondern vor allem, weil er angesichts der neuen Corona-Höchstzahlen überhaupt stattfindet. Etwas weniger Händler als sonst sind dabei, weshalb die Stände etwas „entzerrter“ aufgebaut wurden, sagt Joachim Oppold, der Pressesprecher der Stadt. Das aber fällt kaum auf. Und es gibt 2G-Regeln in Innenbereichen, wo man Glühwein im Warmen trinken kann. Das wird auch umfassend kontrolliert, betont Oppold. Direkt an den Städten herrscht zudem Maskenpflicht.

Es riecht nach Wein und nach Kerzen

Der vorweihnachtlichen Stimmung schadet das wenig. Während einige andere Märkte abgesagt wurden, grüßen in der Bayreuther Innenstadt duftende Lebkuchenherzen und dampfende Bratwürste. Dazu liegt beim Streifzug über den Markt bei Einbruch der Dunkelheit der Geruch von glühendem Wein ebenso in der Luft wie von weihnachtlichen Kerzen.

„Die guten gibt es nur hier“, sagt Andrea Hammon aus Bindlach, die gerade Duft- und Teelichter gekauft hat. „Die halten länger und riechen ganz angenehm.“ Wintertraum und Weihnachtsmärchen landen in der Tasche. Überhaupt steht Genuss beim Familienausflug von Andrea und Markus Hammon sowie Tochter Celina ganz oben. Denn der Vater feiert auf dem Christkindlesmarkt Geburtstag. „Echte Bayreuther Bratwürste“, hat er schon verputzt, sagt er. Jetzt drehen die Hammons noch ein paar entspannte Runden. „Man muss genießen, was noch da ist“, sagt Andrea zur Corona-Situation.

Sichtbare Freude über den Start

Sichtbare Freude, dass der Markt startet, zeigen auch die Händler. Am Imbissstand von Sven Sommerer ertönt gleich von mehreren Mitarbeitern ein „Bitte schön“. Schlangen bilden sich keine, aber „100 Paar Bratwürste sind schon weg“, sagt Mitarbeiter Ovidiu Maier beim Blick in den Kühlschrank.

Eine Premiere feiern nebenan die Studentinnen Darja und Lucie in der Süßigkeiten-Bude „Der Nussknacker“. Für sie ist es der erste Tag überhaupt als Verkäuferinnen. „Die Stimmung ist gemütlich und familiär“, sagt Lucie über den Markt. Alteingesessene Händler sind indes der Trebgaster Thomas Feulner und seine Partnerin Sylvia Kirsch. Sie verkaufen Haushaltswaren, die es anderswo kaum gibt. Deshalb haben sie viele Stammkunden, die vor allem vormittags kommen. „Glühwein-Trinker sind nicht unser Hauptklientel. Gestern kam einer ganz bewusst, um einen Tee-Gewürz-Ball zu holen“, sagt Feulner. Schon sein Großvater, der die Firma Fleischmann in der Richard-Wagner-Straße hatte, verkaufte hier am Markt. Dieses Jahr gibt es als spezielles Angebot ausgefräste weihnachtliche Kochlöffel.

„Süß, aber gut“

Ein paar Meter weiter lassen es sich Lena Thiele und Lukas Schmelcher am Glühweinstand von Sylvia Reil gut gehen. „Wir wohnen um die Ecke und wollten kurz raus“, sagt Schmelcher. Bereut haben sie es nicht. „Es ist sehr angenehm und es gab auch keine Corona-Situation, in der wir uns unwohl gefühlt haben.“ Am Wochenende könne es dazu vielleicht kommen, meinen sie. Am ersten Tag indes kommen zwar ordentlich Besucher, aber keine Massen. Thiele trinkt weißen Glühwein, Schmelcher rot. „Ziemlich süß, aber gut“, lautet das Resümee.

Ein paar Meter weiter fährt das Kinderkarussell. Es ist für Cornelia Künzl, Lilith Daxenberger und ihre drei- und vierjährigen Töchter erste Anlaufstation. Nach dem Kindergarten kamen sie ganz spontan, sagen die Mütter. Die Töchter freut es, sie sitzen in einem Lkw. Ein paar Fahrten später entdecken sie dann den restlichen Christkindlesmarkt, der sich bald noch steigern wird.

Das sind die Öffnungszeiten

Diese Woche ist er ruhig – ohne Musik und Beleuchtung. Am Totensonntag, 21. November, ist Pause. Danach erstrahlen zusätzlich zu den Lichtern der Buden die der Stadt. Inklusive des großen Christbaums. Wenn es keine Corona-Regel verhindert, geht der Markt bis 23. Dezember. Montags bis donnerstags sind die Buden von 10 bis 19.30, freitags und samstags von 10 bis 21, sonntags von 11 bis 19.30 Uhr offen.