Warnung vor Medien-Kontrolle durch Trump-Lager
Die Daten der US-Nutzer von Tiktok sollen wie geplant in Rechenzentren von Oracle gelagert werden. Die Demokraten warnten in den vergangenen Monaten angesichts des geplanten Deals um Tiktok, Trump wolle noch mehr Kontrolle darüber, was man zu sehen bekomme, "seinen Milliardärs-Kumpeln" überlassen.
Denn Oracle wird von Larry Ellison kontrolliert, einem milliardenschweren Unterstützer von Trump. Seine Familie kaufte vor einigen Monaten den Hollywood-Konzern Paramount. Danach gab es beim dazugehörenden Sender CBS zügig einen Umbau der Nachrichtenredaktion und zum Teil eine freundlichere Berichterstattung über das Trump-Lager.
Paramount versucht auch, den Konkurrenten Warner Bros. Discovery zu übernehmen, zu dem unter anderem der Trump-kritische Nachrichtensender CNN gehört. Warner Bros. Discovery selbst bevorzugt bisher aber das rivalisierende Angebot des Streaming-Riesen Netflix für sein Studio- und Streaming-Geschäft.
Neu trainierter Algorithmus
Große Debatten gab es in den vergangenen Jahren um den Algorithmus von Tiktok - die Software, die entscheidet, welche Videos den Nutzern als Nächstes angezeigt werden. In den USA wurde befürchtet, dass China die Software manipulieren könnte.
Nach bisherigen Angaben der US-Regierung bekam das neue Gemeinschaftsunternehmen eine Kopie der Algorithmus-Software von Tiktok. Diese werde nun durchleuchtet und mit Daten von US-Nutzern neu angelernt, hieß es. Einige Kritiker von Trumps Tiktok-Deal warnten, dass dies nicht genug Sicherheit gebe. Das US-Gesetz schreibt vor, dass weder die chinesische Regierung noch Bytedance Kontrolle über den Algorithmus haben dürfen.
Die Lagerung der Daten unter Kontrolle von Oracle in den USA sowie die Überwachung der Software durch den US-Konzern gehörte schon vor Jahren zu einem Plan, mit dem Bytedance die Bedenken in Amerika ausräumen wollte.