Chemnitz zu Gast Sehnsucht nach Erfolgserlebnis

Athletik gilt als die große Stärke der Niners Chemnitz. Ein Musterbeispiel dafür verkörpert Isiaha Mike, der gern die Gelegenheit nutzt, um es beim Abschluss „krachen“ zu lassen. Foto: Imago Images//Bert Harzer

Seit acht Spielen wartet Medi Bayreuth jetzt schon auf einen Sieg in der Basketball-Bundesliga. Die nächste Möglichkeit, den Abwärtstrend zu stoppen, bietet an diesem Mittwoch um 20.30 Uhr das Heimspiel gegen die Niners Chemnitz.

An der Tabelle der Bundesliga lässt sich nicht auf Anhieb ablesen, worum es für Medi Bayreuth an diesem Mittwoch um 20.30 Uhr in der Oberfrankenhalle gegen die Niners Chemnitz genau geht. Der Abstand zu den Abstiegsplätzen war ja noch nie bedrohlich, und jetzt ist auch der achte Playoff-Platz zu weit weg, um den Erfolg daran zu messen. Das Ziel von Trainer Raoul Korner erklärt sich eher im Zusammenhang mit den acht Niederlagen seiner Mannschaft in den vergangenen acht Spielen – die längste aktuelle Negativserie der Liga: „Wir brauchen dringend ein Erfolgserlebnis.“

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Schließlich könne man nicht erwarten, dass der außergewöhnliche Verlauf dieser Saison ohne Auswirkungen auf die Moral bleibt: „Das wäre ja auch traurig. Es ist doch klar, dass die Stimmung darunter leidet, wenn man ständig neue Rückschläge in unterschiedlicher Form hinnehmen muss. Natürlich spürt man eine Unzufriedenheit, wenn es einfach nicht klappt.“ Allerdings betont der Coach ausdrücklich, dass sein Team trotz allem intakt sei: „Die Kommunikation und der Umgang miteinander sind nach wie vor sehr gut.“ Nicht zuletzt deswegen ist er überzeugt, dass der Ehrgeiz ungebrochen ist: „Wir wollen uns auch selbst beweisen, dass wir uns nicht unterkriegen lassen, nachdem wir in dieser Saison schon gegen so viele Widrigkeiten gekämpft haben.“

Die Begegnung mit den Chemnitz Niners ist sogar ein besonders gutes Beispiel dafür. Damals am dritten Spieltag begann nämlich die Misere in Form von positiven Ergebnissen von Covid-Tests, die Janari Joesaar und Philip Jalalpoor kurzfristig zum Aussetzen gezwungen hatten. „Das war ein Schock für das Team“, erinnert sich Korner. Doch als Reaktion darauf wurde auch erstmals der Teamgeist deutlich, mit dem sich die Bayreuther im weiteren Saisonverlauf so viel Respekt verdienten: Dank einer unerwartet starken Leistung gewannen sie mit 86:72. Typisch dabei für die späteren Problemlösungen: Sacar Anim rückte erstmals in die Startformation und zeichnete sich mit 19 Punkten auf Anhieb als Topscorer aus.

Damit ist die Bayreuther Bilanz in der BBL sogar noch makellos, aber nach erst drei Spielen gegen den Aufsteiger von 2020 ist die Datenlage für Raoul Korner noch zu dünn, um daraus eine Tendenz abzulesen. „Nun sind die Voraussetzungen schon wieder anders, weil es in Chemnitz zwei neue Spieler gibt“, sagt er in Bezug auf Eric Washington und Trent Lockett, den er einst selbst als BBL-Neuling nach Braunschweig geholt hat. Das wird übrigens nicht das einzige Wiedersehen: Marcus Thornton trifft auf sein letztjähriges Team, und mit den Niners kehren zwei Ex-Bayreuther zurück: Kapitän Malte Ziegenhagen spielte hier 2015/16 direkt nach dem Ende seiner College-Zeit, und der für seine Arbeit beim Tabellensechsten hoch angesehene Trainer Rodrigo Pastore war der Bayreuther Spielmacher von 1996 bis 1998.

Als auffälligste Eigenschaft des Pastore-Teams hebt Korner die „unglaubliche Athletik“ hervor: „Zudem sind sie groß – also nicht im Sinne eines sehr großen Centers, sondern im Durchschnitt aller Positionen. Das gibt ihnen viele Möglichkeiten in der Defensive.“ Fraglich ist bei Medi der Einsatz von Philip Jalalpoor, der wegen einer Magenverstimmung das Training abbrechen musste.

Korners Zukunft: „Intern längst klar“

Die vorsichtige Frage an Raoul Korner zu seiner Zukunft nach dem Auslaufen seines Vertrages als Trainer von Medi Bayreuth am Ende dieser Saison führt zu einer überraschend konkreten Antwort: „Darüber wurde schon vor Monaten gesprochen, intern ist das seit Langem klar. Der Umgang war dabei immer fair und transparent.“ Solange die Saison noch läuft, sei das aber kein öffentliches Thema: „Wir werden es zu seiner Zeit kommunizieren.“ Klingt das nach der Verkündung einer guten Nachricht für die Korner-Fans in Bayreuth?

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