Chefarztprozess: Prügel im Knast

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Prügel beim Freigang sorgen für eine erneute Verzögerung beim Chefarztprozess in Bamberg. Heinz W. (50), der angeklagte ehemalige Chefarzt des Bamberger Klinikums, wurde beim Freigang auf dem Hof des Bamberger Gefängnisses von einem Mithäftling zusammengeschlagen. Folge: In dieser Woche fällt die Verhandlung aus.

Es passierte beim nachmittäglichen Freigang im Hof. Die Gefangenen gehen in Gruppen umher, einige joggen. Einer der Jogger rempelt – aus Versehen – den Gefäßchirurgen an, der zwölf seiner Patientinnen sediert haben soll um sich dann an ihnen sexuell zu vergehen.

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W. bestreitet das seit fast einem Jahr vor dem Bamberger Landgericht, alles sei aus medizinischen Gründen geschehen. Nach dem ersten Rempler auf dem Gefängnishof gab es kurze Worte, „keine Beleidigungen“, sagt W.s Verteidiger Klaus Bernsmann. Die Jogger setzen ihre Runden fort. Nach drei Runden soll der vorher Angerempelte den Arzt plötzlich umgerannt haben. W. fiel zu Boden, der Mithäftling traktiert ihn mit Fäusten.

Gehirnerschütterung, Platzwunde, Prellungen

W. soll kurzzeitig ohnmächtig gewesen sein. Der Gefängnisarzt attestiert eine Gehirnerschütterung, eine Platzwunde am Kinn, Prellungen, ein blaues Auge. Zwei Mitgefangene sollen den schlagenden Häftling von W. weggezogen haben. „Sonst wäre es noch schlimmer ausgegangen“, sagt sein Verteidiger.

Über das Motiv des angeblichen Schlägers gibt es nur Gerüchte. Angeblich soll er vor ein paar Tagen zu einer hohen Freiheitsstrafe verurteilt worden sein. Der ehemalige Chefarzt Heinz W. gilt im Gefängnis als sehr beliebt. Er ist Gefangenensprecher, setzt sich laut seinem Verteidiger für die Gefangenen ein. Der angebliche Angriff auf ihn habe nichts mit der Anklage gegen W. wegen Vergewaltigung zu tun. Der Prozess wird am 26. April fortgesetzt. Bis dahin hat das Gericht eine amtsärztliche Untersuchung angeordnet.

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