Vorbehalte beim Koalitionspartner gegenüber Spahn bleiben aber. Der CDU/CSU-Fraktionschef gilt als derjenige aus der Führungsriege, dem am ehesten zugetraut wird, die Tür zur AfD einen Spalt zu öffnen. Öffentliche Zuckungen in diese Richtung gab es auch bei ihm allerdings bisher nicht.
"Muss."
Spahn hat einen recht pragmatischen Ansatz, wenn es um die schwierige Situation der Koalition geht. Er beschreibt ihn gerne westfälisch knapp mit nur einem Wort: "Muss." Gerade in diesem verflixten ersten Jahr von Schwarz-Rot hilft dem Chef der größeren Regierungsfraktion dies als Richtschnur. "Es muss gehen, dass die Koalition zusammenarbeitet", sagt er im Podcast "mayway". "Selbst wenn es hart ist und nervt und mühsam ist: Es muss gehen."
Wie groß sein Rückhalt in der Fraktion tatsächlich ist, wird sich heute Nachmittag zeigen. Ein ordentliches Wahlergebnis gilt schon deshalb als wahrscheinlich, weil die Unionisten ihren Anführer wohl kaum angeschlagen in den Ring mit der SPD schicken werden, wenn es um die zentralen Reformthemen Steuer und Rente geht.
Bei der letzten Wahl kam Spahn auf 91,3 Prozent. Auf die Frage, ob auch diesmal die 9 vorne stehen muss, sagte er kürzlich nur, er freue sich "auf ein gutes Ergebnis".