Campus-Akademie Weiter lernen, weiter kommen

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BAYREUTH. Der Abschluss ist geschafft, der Einstieg ins Berufsleben geglückt. Doch im Arbeitsalltag warten viele neue Herausforderungen. Wer Zeit, Geld und einen offenen Arbeitgeber hat, tut gut daran, sich weiterzubilden. Auch die Universität Bayreuth vermittelt seit 15 Jahren Weiterbildungen an der Campus-Akademie.

Computer, Smartphones, Internet: Die Berufswelt ändert sich heute viel schneller als früher. „Wir sollten vor solchen Veränderungen weder den Kopf in den Sand stecken noch Angst haben“, sagt Prof. Dieter Brüggemann, Direktor der Campus-Akademie. „Voraussetzung ist, dass wir für ein lebenslanges Lernen gewappnet sind.“

Denn viele ergreifen einen Beruf, aber nur wenige bilden sich weiter, weiß Anna-Theresa Lienhardt. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der 2003 gegründeten Campus-Akademie. „Uns geht es darum, akademisches Wissen praxisgerecht für die Leute anzubieten, die bereits im Beruf stehen.“

Von Profilfeldern profitieren

Das Angebot der Akademie richtet sich an Absolventen mit Berufserfahrung und Berufstätige und orientiert sich an den Profilfeldern der Universität. Die Bandbreite der Themen erstreckt sich von Sport über Gesundheit, Wirtschaft, Recht und Management. Besonders erfolgreich ist der MBA-Studiengang „Health Care Management“. Einer von vier Studiengängen neben Sportmanagement, Sportrecht und Verkaufsmanagement. Die Zielgruppe sind Führungskräfte in Medizin und Pflege, Pharmazeuten, Krankenkassen, Gesundheitsverbände und Ärzte.

Wie Dr. Marek Zelenka, der am Med Center in Bayreuth als Anästhesist arbeitet. „Ich war damals im OP-Management tätig und wollte mir neben meinem medizinischen Fachwissen einen ökonomischen Horizont aufbauen“, sagt Zelenka, der nach der Zeit als Assistenzarzt an der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsklinik Regensburg und der Facharztausbildung eine Stelle als Oberarzt an der der Martin-Luther-Universität in Halle ausübte. Parallel dazu begann er 2013 den MBA an der Universität Bayreuth, den er 2015 abschloss.

Guter Ruf lockte

Auf das Angebot der Campus-Akademie wurde er über das Internet aufmerksam. In Bayreuth sei bundesweit der erste Master im Gesundheitsbereich entwickelt worden. Der Initiator Prof. Peter Oberender habe einen guten Ruf genossen und mit seinen Netzwerken geworben. „Präsenz war nur einmal im Monat an einem Wochenende vorgesehen“, erinnert sich Zelenka. Dabei habe er Bayreuth kennengelernt. Und als ihn eine Kollegin aus dem Studiengang fragte, ob er sich nicht vorstellen könne, hier zu arbeiten, habe er zugesagt. „Jetzt bin ich seit drei Jahren am Med Center und finde es gut, wieder mehr am Patienten zu arbeiten.“ Zwar ist der Anästhesist und Intensivmediziner jetzt kein OP-Manager mehr. Doch seine Kenntnisse in Ökonomie, Marketing und Konfliktmanagement, die er im MBA erworben hat, will er nicht missen.

Strohfeuer oder lange Strahlkraft?

Warum sich wer für eine Weiterbildung entscheidet, hat unterschiedliche Gründe. „Der eine möchte seine berufliche Position festigen, der nächste Karriere machen, der andere den Arbeitgeber oder das Berufsfeld wechseln“, sagt Brüggemann. „Einige möchten sich nur deshalb weiterbilden, um sie in ihrem veränderten Arbeitsumfeld selbstsicherer zu fühlen.“ Ein Angebot sei dann erfolgreich, wenn die Teilnehmer am Ende zufrieden seien, Neues hinzugelernt haben und das Gelernte beruflich nutzen könnten. "Meiner Erfahrung nach gibt es Angebote, die zu Beginn hell leuchten, sich dann aber als Strohfeuer erweisen", sagt Brüggemann, "und andere, die erst nach einer Anlaufzeit zünden, dann aber lange ausstrahlen."

Als Weiterbildungsstudiengang ist auch der Master in Sportmanagement der Bayreuther Sportökonomen nachgefragt. Neben ihren Studiengängen entwickelte die Campus-Akademie Programme, die mit Zertifikat enden, wie die Weiterbildung zum Einkaufs-Manager. Andere Inhalte beschäftigen sich mit betrieblichem Gesundheitsmanagement und der Digitalisierung, Statistik oder Energietechnik. Forschungsprojekte befassen sich zum Beispiel mit der Fachkräftesicherung in Oberfranken und Wissenschaftstransfer in Unternehmen.

Vier Studiengänge, 16 Lehrgänge

Insgesamt bietet die Campus-Akademie vier Studiengänge sowie 16 Zertifikatslehrgänge und Programme an. Nach eigenen Angaben finanzierten die Teilnehmenden die Weiterbildung teils selbst, teils tragen die Unternehmen die Kosten. Die Studiengebühren sind von den Interessenten in der Regel selbst zu bezahlen. Interessenten können sich über Fördermöglichkeiten beraten lassen. Für größere Unternehmen bietet die Campus-Akademie Weiterbildungskonzepte an. Zu den Kunden gehörten bereits die Siemens AG, die Diakonie Neuendettelsau oder der Wirtschaftsverband der Apotheker.

Steigende Teilnehmerzahlen

Die Teilnehmerzahlen haben sich nach einer Übersicht von Geschäftsführer Michael Renz kontinuierlich nach oben entwickelt. Während es im Jahr 2005 nur 30 Menschen waren, die sich in Studiengängen weiterbildeten, waren es 2017 immerhin 237. Der Höchstwert wurde im Jahr 2013 mit 248 Studierenden erreicht. Zertifikatsstudien und Seminare interessieren heute 141 Personen im Gegensatz zu 13 im Jahr 2011. Auch Summer Schools und Forschungsprojekte ziehen Weiterbildungswillige an. Die Gesamtzahl aller Teilnehmer kletterte von 468 im Jahr 2016 auf 616 im Folgejahr. Über 1000 Absolventen waren bereits mit dem Angebot der Akademie zufrieden. Finanzieren kann sich die Campus-Akademie hauptsächlich über Studiengebühren. Sie tragen zu zirka zwei Dritteln zu den Einnahmen bei. Zuwendungen über Forschungsförderung machen gut 15 Prozent aus.


Info: www.campus-akademie.de; E-Mail: weiterbildung@uni-bayreuth.de; Telefon 09 21/55 73 08.

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