Bayreuth - Dass Sebastian Busch zu einem Liebling der Bayreuther Fans avancierte, lag nicht nur an seinen über 280 Spielen, 55 Toren und 96 Vorlagen und seinem Stil: immer kämpferisch, giftig, wuselig. „Einfach ein Arbeitstier“, wie Carsten Herrmannsdörfer, der Fanbeauftragte der Tigers, sagt. Sondern vielmehr an seiner Art. „Der Buschi ist einfach ein saumäßig sympathischer Kerl, immer offen, ein super Typ. Sein Abgang hat vielen Bayreuther Fans weh getan“.

Auch ihm sei es nicht leicht gefallen, dem Tigerkäfig vor dieser Saison den Rücken zu kehren, erwidert Sebastian Busch die Avancen. „Es war eine super Zeit“, sagt der gebürtige Erdinger, der vieles während seiner Bayreuther Zeit spitze fand, die Aufstiegssaison 2015/2016 und die anschließende erste DEL2-Spielzeit unter Trainer Sergej Waßmiller aber herausragend. „Wir hatten da eine super Truppe, der Zusammenhalt war sensationell.“

Gute Chemie in der Landshuter Truppe

Ähnlich wertschätzend klingt es, wenn Busch über seine neue Mannschaft spricht. „Wir sind sehr homogen, haben eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern – und sehr gute Torhüter. Und wir verstehen uns einfach extrem gut.“ Die gute Chemie bei den Niederbayern hat nicht nur ihm geholfen, sich schnell heimisch zu fühlen, sie ist auch ein Erfolgsfaktor. Elf Punkte aus fünf Spielen – das ist weit mehr, als mancher Experte dem Hauptrundenschlusslicht der zurückliegenden Saison zugetraut hat. Und hätte die Truppe von Trainer Leif Carlsson vor Wochenfrist in Kassel ein paar Spieler mehr auf die Beine gebracht als das aufrechte Dutzend, der deutsche Meister der Jahre 1970 und 1983 hätte wohl noch mehr Punkte auf der Habenseite.

Trösten können sich Sebastian Busch, sein ehemaliger Bayreuther Teamkollege Henry Martens und weitere acht Landshuter Feldspieler aber damit, bei der 1:3-Niederlage in Kassel ein Stück weit Vereinsgeschichte geschrieben zu haben. „Der kleinste Kader aller Zeiten“, wie EVL-Kapitän Stephan Kronthaler gegenüber der Eishockey News sagte, habe Außergewöhnliches geleistet und dem Meisterschaftsmitfavoriten einen aufopferungsvollen Kampf geliefert. „Das war schon wirklich kurios“, erinnert sich Sebastian Busch. „Wir haben uns fast nur hinten reingestellt. Es war recht einseitig, aber wir haben das defensiv saustark gemacht.“ Letztlich waren die Punkte zwar weg, „für die Moral und den Teamgeist war das Spiel aber super“.

Das Bayreuther 0:6 in Dresden

Bei dieser Gelegenheit denkt der Center an ein ähnlich kurioses Spiel mit den Tigers zurück. „Es müsste vor drei, vier Jahren in Dresden gewesen sein, da hatten wir auch kaum Leute“. Am 3. Dezember 2017 standen 13 Bayreuther einer kompletten Eislöwen-Mannschaft gegenüber. Für die Tigers endete der Auftritt nicht ganz so glorreich wie der der Landshuter in Kassel – die Waßmiller-Truppe unterlag sang- und klanglos mit 0:6. Und auch für das Freitagsspiel prophezeit Busch seinem Ex-Verein nichts Gutes. „Wir gewinnen das Ding. Ich tippe auf ein 4:2.“

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