Bundesdeutsche Stadtwerke investieren 28 Millionen Euro in Windpark Creußen Teuerste Baustelle im Landkreis

Von Peter Engelbrecht

Der neue Windpark Creußen wächst augenscheinlich: Drei riesige Betontürme der insgesamt sechs Anlagen stehen bereits. Ab Mai 2017 sollen sich alle Rotoren drehen, rund 28 Millionen Euro fließen in die derzeit teuerste Baustelle im Landkreis Bayreuth.

Ein Betonturm des Windparks Creußen. Foto: Andreas Harbach Foto: red

Der Windpark zwischen Unterschwarzach (Stadt Creußen) und Windischenlaibach (Gemeinde Speichersdorf) wird künftig von der Trianel Erneuerbare Energien mit Sitz in Aachen betrieben. An dem Unternehmen sind rund 40 Stadtwerke und regionale Energieversorger aus ganz Deutschland sowie die Stadtwerke-Kooperation Trianel GmbH beteiligt. Aus Bayern sind zwei Stadtwerke aus dem Allgäu dabei. Die riesigen Betontürme, die oberhalb des Dorfes Unterschwarzach quasi in den Himmel wachsen, sind weithin sichtbar. Trianel sprach von einem „hervorragenden Windparkstandort“. 

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Ein Rotor misst 117 Meter im Durchmesser

„Alle Fundamente der sechs Anlagen sind fertig“, sagte Trianel-Pressesprecher Maik Hünefeld. Dank der weitgehend frostfreien Witterung sei man gut im Zeitplan. Die sechs Betontürme sollen bis Anfang Februar stehen, Mitte bis Ende Februar sollen dann die Gondeln und Rotorblätter montiert werden. Um eine Durchfahrt der Schwertransporter mit den riesigen Teilen zu ermöglichen (Rotordurchmesser 117 Meter), wurden an den Straßen in Creußen, Neuhof, Seidwitz und Unterschwarzach Schilder mit absolutem Halteverbot aufgestellt. Sie verbieten in dem betreffenden Zeitraum das Abstellen von Fahrzeugen am Straßenrand.

Die Zufahrtsstraßen, die eigens für den Bau der Anlagen und die Anlieferung der riesigen Teile  errichtet wurden, sollen bestehen bleiben, kündigte Hünefeld an. Diese Stichwege sollen künftig die Anfahrt zu Instandhaltungs- und Überwachungsmaßnahmen des Windparks gewährleisten. Die sechs Rotoren sollen nach den Prognosen rund 35 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr produzieren. Rechnerisch können damit rund 28.000 Menschen in Drei-Personen-Haushalten mit klimaschonendem Strom versorgt werden. Die Gesamtleistung des Windparks beträgt 14,4 Megawatt. Die Rotoren auf landwirtschaftlichen Flächen haben eine Gesamthöhe von 199 Metern.

Im Landkreis Bayreuth liefern derzeit 35 Windkraftanlagen Strom. Weitere 15 Anlagen wurden genehmigt, davon befinden sich aktuell 14 im Bau. Diese Bilanz zog der Sprecher des Landratsamtes, Michael Benz. Für 2017 stünden aktuell keine weiteren Genehmigungsverfahren mehr auf der Agenda, da seit der Einführung der 10-H-Regelung keine neuen Anträge für Windkraftanlagen mehr gestellt worden seien. Die Regelung wurde Ende 2014 vom Bayerischen Landtag beschlossen. Sie besagt, dass seitdem Windräder mindestens zehn Mal so weit von den nächsten Wohnhäusern entfernt sein müssen wie das Windrad hoch ist.

Stadt Pegnitz bei Ökoenergie vorn

57 Prozent des Stromverbrauchs werden im Landkreis Bayreuth bilanziell mit erneuerbaren Energien gedeckt. Am Gesamtenergieverbrauch (Strom, Wärme, Kraftstoffe) haben die Erneuerbaren einen Anteil von 14 Prozent. Diese Zahlen errechnete die Bioenergieregion Bayreuth. Im Landkreis Bayreuth gab es 43 Biogasanlagen, acht Biomasseheizkraftwerke, 70 Wasserkraftanlagen und 4675 Fotovoltaikanlagen (Energieatlas Bayern, Datenbasis 2014). Bei der Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien lag im Landkreis Bayreuth die Stadt Pegnitz mit 36,4 Gigawattstunden pro Jahr an der Spitze, gefolgt von den Gemeinden Speichersdorf (25,3) und Gefrees (21,7). Datenbasis ist hier ebenfalls das Jahr 2014.