Bürgermeister-Stichwahl am Sonntag Thurnau: Dietmar Hofmann will's wissen

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Ein Lieblingsplatz in Thurnau? Dietmar Hofmann zögert - es gibt so viele! Dann weiß er doch einen: das Musikzimmer im Thurnauer Schloss. Das Schloss symbolisiert zugleich Tradition und Aufbruch. Das gefällt Hofmann, der vor sechs Jahren ziemlich unverhofft zum Kommunalpolitiker wurde.

 Foto: red

Thurnau hat viele Stärken, und ich war wie viele andere auch mit dem Stillstand unzufrieden, der hier herrschte.“ Die Gemeinde sei unter der Führung von CSU-Bürgermeisterin Rita Fischer „zur Lachnummer im Landkreis“ geworden. „Als überzeugtem Thurnauer war mir das zutiefst zuwider.“ Daher habe er nicht lange überlegt, als ihn die SPD bat, als Parteiloser auf ihrer Liste als Bürgermeister zu kandidieren.

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Der SPD stehe er vielleicht deshalb näher, weil bereits sein Vater, ein Mauerer, SPD-Mitglied gewesen sei. Wenngleich die Parteipolitik in der Kommunalpolitik nur eine untergeordnete Rolle spielen sollte, so Hofmann, der sich als „Arbeiterkind“ bezeichnet. In Döllnitz aufgewachsen, wohnt er seit 1973 bis heute in Thurnau. Das Abitur legte er 1983 am Caspar-Vischer-Gymnasium ab, das damals noch als ein Mädchengymnasium galt. „Wir waren nur sieben Jungen, das prägt einen fürs Leben“, sagt Hofmann in seiner für ihn typischen verschmitzten Art. Nach der Bundeswehrzeit wurde er Redakteur bei der „Bayerischen Rundschau“, wo er es bis zum Leitenden Redakteur der Stadtredaktion brachte. „Ich habe damals viel aus dem Stadtrat und dem Kreistag berichtet. Da habe ich auch gelernt, wie man einen Haushalt liest.“ Zielführend handeln, Kompromisse und Mehrheiten suchen, mit Argumenten überzeugen – das will er nun als Bürgermeister in einer zweiten Amtszeit fortsetzen. Als Journalist habe er selbst oft unter „quälend langen Grußworten“ gelitten. Daher halte er keines, das länger als sieben Minuten dauere. Seine Frau, die er 1999 heiratete, frage er immer wieder, ob er sich verändert habe im Amt. „Ich nehme mich als Person nicht so wichtig. Klar erwarte ich eine gewissen Respekt und ich bin wie ich bin. „Aber abgehoben bin ich nicht.“

Hofmann gibt zu, „ein Vereinsmeier“ zu sein. In über zwanzig Vereinen sei er Mitglied. Lange setzte er sich für den Sportverein ein, als Leiter der Fußballabteilung und stellvertretender Vorsitzender. Tennisspielen und Kegeln mag er auch, doch dazu fehle ihm inzwischen oft die Zeit. Hofmann ist außerdem ein begeisterter Laienspieler: Bei den Berndorfer Kirchenmäusen spielt er in der elften Saison. Für das Schlosstheater übernimmt er im Sommer die Rolle des Prinzen von Verona in Shakespeares „Romeo und Julia“. Und nicht zu vergessen: Der Bürgermeister ging unter die Geflügelzüchter, seit sich sein Sohn wegen des Studiums nicht mehr um seine Zwerghühner kümmern kann. „Wir lassen sie frei laufen und ich genieße das. Auch beim Hähnewettkrähen sind wir mit dabei.“ Nicht so gut kann Hofmann mit Kaninchen und Hasen – gegen ihre Haare hat er eine Allergie.

Hinweis: An dieser Stelle sollte auch CSU-Kandidat Martin Bernreuther porträtiert werden. Herr Berneuther lehnte ein Porträt ab. Daher veröffentlichen wir hier nur den Text über Dietmar Hofmann.